Mehrere Überraschungen bei den Top-PersonalienMit den Top-Personalien ihrer künftigen Stadtregierung gelingen der neuen Koalition nach Informationen der Süddeutschen Zeitung gleich mehrere Überraschungen: Die Fraktionen Grüne/Rosa Liste, SPD und FDP/Freie Wähler wollen zwar wie erwartet am kommenden Montag Mona Fuchs (Grüne) zur Zweiten und Verena Dietl (SPD) zur Dritten Bürgermeisterin wählen. Doch die Vergabe der Referate, also der Stadtministerien, weicht vom bisherigen Vorgehen im Stadtrat deutlich ab. Denn die CSU soll als stärkste Kraft der Opposition tatsächlich das Vorschlagsrecht für ein Referat erhalten, dem Vernehmen nach für das Kommunalreferat. Das dürfte ein einzigartiger Vorgang in der jüngeren Stadtpolitik sein. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hatte schon vor den Koalitionsverhandlungen angekündigt, mit seiner neuen Koalition das Lagerdenken zwischen Regierungsmehrheit und Opposition aufbrechen zu wollen. Dazu passt eine zweite Geste, die von den Freien Wählern ausgeht. Sie werden auf die Möglichkeit verzichten, das ihnen zugeschlagene Kulturreferat mit eigenem Personal zu besetzen und den bisher schon als Interims-Chef tätigen Marek Wiechers vorschlagen. Aus den Verhandlungen heraus waren Gedankenspiele zu hören gewesen, dass der frühere bayerische Kultusminister Michael Piazolo das Amt übernehmen könnte. Er wird als einfacher Stadtrat an der Koalition mitwirken. Auch bei der FDP kommt es anders, als manche Beobachter erwartet hatten. Sie wird nicht das Referat für Klima- und Umweltschutz besetzen, sondern das IT-Referat. Lukas Köhler, FDP-Stadtchef und früherer Umweltexperte der FDP-Bundestagsfraktion, wurde lange für das Umweltreferat gehandelt. Allerdings könnten hier auch die strengen Qualifikations-Vorgaben für städtische Referenten ein Hinderungsgrund gewesen sein. Das Mobilitätsreferat, wegen des harten Kampfs um die Verkehrswende auch weiterhin eine Schlüsselbehörde, will die Koalition gemeinsam und neutral besetzen.Die SPD wird in der neuen Koalition die Besetzungshoheit für vier Referate erhalten: Sozialreferat, Kämmerei, Referat für Arbeit und Wirtschaft und Gesundheit. Sein Amt sicher aufgeben muss daher Personalreferent Andreas Mickisch. Gleiches gilt für die Grüne Laura Dornheim, die Leiterin des IT-Referats. Die Grünen übernehmen neu das Personalreferat und das Planungsreferat und behalten die Hoheit über das Referat für Bildung und Sport, das Baureferat, das Referat für Klima- und Umweltschutz und das Kreisverwaltungsreferat. Die Amtswechsel oder bestätigenden Wahlen der Referenten werden über die gesamte Periode des neuen Stadtrats erfolgen. Die Stadtminister werden jeweils für sechs Jahre gewählt, ihre Amtszeit ist nicht mit der des Stadtrats abgestimmt.