Simon Binz

Auf Teneriffa läuft die Evakuierung des Hantavirus-Schiffs «Hondius». Am ersten Tag wurden 94 Passagiere und Crew-Mitglieder aus 19 Ländern ausgeflogen.

Hantavirus HondiusSchutzanzüge und strenge Hygienemassnahmen prägten das Bild rund um die «Hondius»-Evakuierung am ersten Tag. – Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Hantavirus-Ausbruch auf der «Hondius» kostete bisher drei Menschen das Leben.

  • 94 Personen aus 19 Ländern wurden mit acht Sondermaschinen von Teneriffa ausgeflogen.

  • Ein Franzose zeigte auf dem Rückflug Symptome – alle Franzosen sind deshalb in Quarantäne.

Auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius» wurden am Sonntag bereits 94 Passagiere und Crew-Mitglieder aus 19 Ländern von Teneriffa ausgeflogen. Acht Sondermaschinen aus Spanien, Frankreich, Kanada, Grossbritannien, Irland, den Niederlanden, der Türkei und den USA brachten die Betroffenen zurück in ihre Heimatländer. Auch vier Deutsche befinden sich unter den Evakuierten.

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1Klar, so etwas passiert extrem selten.

2Vielleicht – aber ich würde mich vorher gut informieren.

3Nein, das Risiko ist mir zu gross.

4Ich war noch nie auf einer Kreuzfahrt und werde es auch nie.

Auslöser der grossangelegten Aktion ist ein Hantavirus-Ausbruch an Bord. Drei Menschen sind bereits gestorben – ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland. Auf dem Rückflug nach Paris zeigte zudem einer der fünf ausgeflogenen französischen Passagiere Symptome. Alle fünf wurden umgehend unter strenge Quarantäne gestellt.

34 Personen, mehrheitlich Crew-Mitglieder, bleiben an Bord und fahren mit dem Schiff zurück in die Niederlande.

Im Nau.ch-Ticker erfährst du alles rund um die «Hondius»-Evakuierung.

Frankreich meldet ersten Hantavirus-Fall

09:04: Frankreich meldet seinen ersten Hantavirus-Fall. Das gab Gesundheitsministerin Stéphanie Rist am Montagmorgen bekannt. Betroffen ist einer von fünf Passagieren, die am Sonntagnachmittag am Flughafen Le Bourget bei Paris gelandet waren.

Nach Angaben Rists traten bei der Person bereits während des Fluges Symptome auf. Ein Test fiel inzwischen positiv aus. Der Gesundheitszustand habe sich in der Nacht verschlechtert.

Alle fünf Passagiere wurden nach der Landung isoliert und bis auf Weiteres unter strenge Quarantäne gestellt.

Vor dem Verlassen des Schiffs waren laut der spanischen Gesundheitsministerin Mónica García alle Passagiere und Besatzungsmitglieder nochmals untersucht worden. Dabei galten sie demnach als symptomfrei.

US-Passagier positiv auf Hantavirus getestet

06.00: Einer der 17 von der «Hondius» evakuierten US-Passagiere ist positiv auf das Hantavirus getestet worden. Symptome zeige die Person jedoch keine, teilten die US-Gesundheitsbehörden am späten Sonntagabend laut der DPA mit. Die Passagiere wurden nach der Ankunft auf Teneriffa per Charterflug evakuiert.

Das Flugzeug soll am frühen Montagmorgen in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska landen. Dort werden die US-Bürger an die Universität von Nebraska gebracht. Diese verfügt über eine staatlich finanzierte Quarantäneeinrichtung. Der infizierte Passagier kommt nach der Ankunft in eine Infektionskontrolleinheit.

Schon 94 Passagiere von Teneriffa ausgeflogen

02.15: Am ersten Tag der Evakuierungsaktion auf Teneriffa sind 94 Passagiere und Crewmitglieder des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs «Hondius» ausgeflogen worden.

Die Menschen aus insgesamt 19 Ländern hätten die Kanareninsel in acht Sondermaschinen verlassen, sagte die spanische Gesundheitsministerin Mónica García am späten Abend am Hafen von Granadilla im Süden Teneriffas vor Journalisten.

Hantavirus Hondius Kreuzfahrtschiff34 Personen, mehrheitlich Crew-Mitglieder, bleiben an Bord und fahren mit dem Schiff zurück in die Niederlande. – Keystone

Als Letztes hob ein US-Flugzeug mit 18 betroffenen Menschen vom Flughafen Tenerife Sur ab. Zuvor waren im Rahmen der Evakuierungsaktion bereits Maschinen aus Spanien, Frankreich, Kanada, Grossbritannien, Irland, den Niederlanden und der Türkei gestartet.

Am Montagnachmittag sollen eine weitere Maschine aus den Niederlanden sowie ein Flugzeug aus Australien zum Einsatz kommen und jeweils 18 sowie sechs weitere Betroffene ausfliegen.

Deutsche «Hondius»-Passagiere auf dem Weg nach Frankfurt

01.18: Die vier in die Niederlande ausgeflogenen deutschen Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs sind auf dem Weg nach Frankfurt.

Mehrere Rettungswagen brachen am späten Abend vom militärischen Teil des Flughafen Eindhoven aus Richtung Deutschland auf. Für den Transport wurden Einsatzkräfte der Feuerwehr Essen und der Feuerwehr Frankfurt angefordert, ein weiterer Rettungswagen kam aus Dortmund.

RKI-Chef zu Hantavirus: Keine Gefährdung oder Pandemiegefahr

23.44: Trotz des Hantavirus-Ausbruchs auf einem Kreuzfahrtschiff sieht der Chef des deutschen Robert Koch-Instituts keine Gefahr für die Bevölkerung.

Das Virus könne Menschen sehr krank machen, sagte Lars Schaade im ZDF-«heute journal». «Aber die gute Nachricht ist eigentlich, das ist kein Virus, das sich verbreitet. Und insofern kann ich, glaube ich, sagen: Ich sehe eigentlich keine Gefährdung für die Bevölkerung in Deutschland und auch keine Pandemiegefahr.»

HantavirusRKI-Chef Lars Schaade sieht keine Gefahr für die Bevölkerung aufgrund des Hantavirus, wie er im ZDF-«heute journal» erklärte. (Archivbild) – Keystone

Mit Blick auf den Vergleich mit dem Coronavirus sagte Schaade: «Das ist ein ganz anderes Virus, und die Gefahr ist überhaupt nicht vergleichbar.» Man kenne das Virus schon sehr lange und könne es deshalb sehr gut einschätzen. Das Coronavirus sei damals ein neues Virus mit spezifischen Eigenschaften gewesen. «Hier haben wir ein Virus, das wir seit 31 Jahren kennen.»