Die Gebäude liegen etwas versteckt im Augsburger Stadtteil Hochfeld. An der Von-Parseval-Straße hat die evangelische Kirche ihr Zuhause. Hatte wird man bald sagen. Es zieht Abschiedsstimmung auf. Aus finanziellen Überlegungen kommt im Sommer das Aus für den Paul-Gebhardt-Kindergarten. Noch läuft der Betrieb. Nicht viel besser steht es um das benachbarte Pfarrgebäude und die Kirche. Diese beiden Backsteinbauten fallen vorbeigehenden Passanten ins Auge. Der Innenhof, der durch ein Tor zu betreten ist, wirkt verwaist. Die Kirche ist nur noch sporadisch geöffnet.

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Das ist der Zugang zur Kirche und zum Pfarrzentrum.
Foto: Michael Hörmann
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Das ist der Zugang zur Kirche und zum Pfarrzentrum.
Foto: Michael Hörmann
Evangelische Christen werden für Veranstaltungen auf einen alternativen Standort verwiesen. Er liegt im Universitätsviertel in der Salamon-Idler-Straße. Das Gemeindezentrum Stephanus steht für Menschen aus dem Hochfeld offen. Paul-Gerhardt-Kirche, Kindergarten und das von Pfarrhaus von Pfarrer Rainer Piscalar werden komplett aufgegeben. Das Gelände wird zum 31. August 2026 geschlossen, heißt es. Erinnert wird daran, dass das Pfarramt bereits im Mai 2025 ins Gemeindezentrum von Stephanus umgezogen ist. Der Abschied vom Kindergarten fällt schwer. Pfarrer Piscalar sagt: „Mehr als sechs Jahrzehnte ist unser Paul-Gerhardt-Kindergarten ein Ort des Spielens und Lernens gewesen. Jetzt muss unsere Einrichtung schließen.“
Für Eltern von Kindergartenkindern ist eine Lösung gefunden
Für Personal und Eltern von Kindern sind Lösungen gefunden. „Den KiTa-Mitarbeitenden wurden Anschlussangebote unterbreitet. Etliche Beschäftigte wechseln zu ekita.net gGmbH. Die verbleibenden Kindergartenkinder wechseln mit Unterstützung der Stadt in Nachbar-Einrichtungen“, sagt Matthias Krauß, stellvertretender Geschäftsführer des Kirchengemeindeamts und Geschäftsführer der ekita.net gGmbH.
Das Pfarrbüro ist inzwischen in St. Stephanus untergebracht. Die Kirche wurde zuletzt noch als solche genutzt, informiert das evangelische Dekanat. In den Wintermonaten fanden Gottesdienste allerdings in besser beheizbaren „Winterkirchen“ statt. Dadurch, dass Paul-Gerhardt mit St. Stephanus über einen zweiten, jüngeren Standort verfügt, seien dort zuletzt mehr Aktivitäten passiert.
Es gab ein jahrelanges Ringen um die Entscheidung
Erinnert wird an die Vorgeschichte. Jahrelang habe der Kirchenvorstand der Paul-Gerhardt-Gemeinde um diese schwere Entscheidung gerungen. Die Kirchengemeinde müsse sich nicht nur vom Kindergarten trennen, sondern von dem gesamten Anwesen. Es erstreckt sich auf die Adresse Von-Parseval-Straße 40-42. „Der gesamte Gebäudekomplex würde einer so grundlegenden Sanierung bedürfen, die die Gemeinde finanziell völlig überfordert“, heißt es bei der evangelischen Kirche.

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Der evangelische Kindergarten im Hochfeld schließt Ende August 2026.
Foto: Michael Hörmann
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Der evangelische Kindergarten im Hochfeld schließt Ende August 2026.
Foto: Michael Hörmann
Die Kirche steht vor der Abwicklung. Die Evangelisch-Lutherische Kirche spricht von einer anstehenden Entwidmung. Das bedeutet, der Gottesdienstraum wird künftig nicht mehr als sakraler Raum genutzt. Die Entwidmung markiert kirchlich den Abschluss dieser bisherigen Nutzung. Ein Entwidmungsgottesdienst ist vorgesehen. Es wird nach einem Termin nach der Sommerpause gesucht.
Spannend bleibt vorerst die Frage, was mit den Flächen im Hochfeld passiert. Dazu gebe es derzeit noch keine abschließende Entscheidung, heißt es. „Wie die Flächen künftig genutzt bzw. weiterentwickelt werden, wird derzeit geprüft“, sagt ein Sprecher. Es werde geklärt, ob auf dem Gelände wieder eine KiTa-Nutzung möglich wäre. Dazu seien verschiedene bauliche und finanzielle Fragen zu klären. Auch ein Verkauf des Areals ist eine Option. Derzeit würden verschiedene Möglichkeiten für die künftige Nutzung oder Weiterentwicklung des Areals geprüft. „Ein Verkauf ist nicht beschlossen“, so der Sprecher.