Münster – Die Volksbank im Münsterland und der Venture-Capital-Fonds May Ventures arbeiten zusammen, um junge Technologieunternehmen in Nordwestdeutschland zu finanzieren. Mit einem Fondsvolumen von über 30 Millionen Euro zum Start liegt der Fokus auf KI und digitalen Geschäftsmodellen.

Die Volksbank im Münsterland und der Venture-Capital-Fonds May Ventures haben eine Kooperation zur Förderung regionaler Start-ups geschlossen. Als institutioneller Ankerinvestor begleitet die Volksbank den im September 2025 gestarteten Fonds von Beginn an. In einem Pressegespräch informierten beide Partner vergangene Woche über die Hintergründe der Zusammenarbeit, wie es in einer Mitteilung heißt. „Wir haben den Namen unseres Fonds ‚May Ventures‘ bewusst mit Bezug auf den Frühlingsmonat Mai gewählt, um unseren Anspruch an Aufbruch und Wachstum zu verdeutlichen“, erklärt Maximilian Derpa, der den Fonds 2025 gemeinsam mit Dominik Lohle in Münster gegründet hat. Die Gründer bringen eine Erfahrung von insgesamt 18 Jahren im Venture-Capital-Bereich ein. Bereits zum ersten Closing konnten über 30 Millionen Euro von Investoren eingeworben werden, darunter weitere Finanzinstitute und Unternehmer aus der Region.

Fokus auf die Frühphase und KI

May Ventures investiert bereits in der Pre-Seed- und Seed-Phase, um junge Firmen beim Aufbau zu unterstützen. Der geografische Schwerpunkt liegt auf dem Münsterland, Ostwestfalen und dem Raum Osnabrück. Inhaltlich konzentriert sich der Fonds auf Künstliche Intelligenz und technologiegetriebene Geschäftsmodelle. „Wer die Zukunft in unserer Region gestalten will, muss den Menschen mit Ideen vor Ort den Rücken stärken“, sagt Jürgen Feistmann aus dem Vorstand der Volksbank im Münsterland eG. Er verweist dabei auf die Kombination aus Mittelstand, Forschung und qualifizierten Talenten als Standortvorteil. Derpa ergänzt: „Das Start-up-Ökosystem im Münsterland ist stark und hat in den vergangenen zehn Jahren einen Entwicklungsschub erlebt. Gemeinsam ermöglichen wir die nächste Welle vielversprechender Ausgründungen.“

Erste Beteiligungen in Osnabrück und Münster

Zu den ersten Investments im Jahr 2025 gehört das Osnabrücker Start-up Droidrun, das eine Plattform für automatisierte KI-Workflows auf mobilen Endgeräten entwickelt. Die Software ermöglicht es der KI, Apps auf Smartphones eigenständig zu steuern. Anfang 2026 folgte eine Beteiligung an Conmeet aus dem Münsterland. Das Unternehmen bietet eine Cloud-Plattform für Bau- und Handwerksbetriebe an, die Prozesse von der Anfrage bis zum Banking bündelt. Die Partnerschaft zwischen der Bank und dem Fonds soll eine Finanzierungskette bilden: Während May Ventures Risikokapital in der frühen Phase bereitstellt, fungiert die Volksbank später als Partner für die klassische Fremdfinanzierung.