EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas lehnt den russischen Vorschlag ab, Altkanzler Gerhard Schröder als europäischen Vermittler im Ukraine-Krieg einzusetzen. In Brüssel sagte Kallas, dass es nicht sehr klug wäre, Russland das Recht einzuräumen, einen Unterhändler für die EU zu benennen. Schröder habe sich für russische Staatskonzerne eingesetzt und würde bei Verhandlungen «auf beiden Seiten des Tisches sitzen», so die EU-Aussenbeauftragte.

OLIVIER HOSLET / KEYSTONE

epa12946791 European Union High Representative for Foreign Affairs and Security Policy and Vice-President of the European Commission Kaja Kallas speaks to the media as she arrives for a meeting of the Foreign Affairs Council (FAC) in Brussels, Belgium, 11 May 2026

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Kremlchef Wladimir Putin hatte Schröder am Wochenende nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau als möglichen europäischen Vermittler ins Spiel gebracht. Obwohl sich die USA um Vermittlung bemüht hätten, könne er sich von europäischer Seite den früheren SPD-Chef vorstellen, sagte Putin.

Schröder, von 1998 bis 2005 deutscher Bundeskanzler, pflegt seit Jahren enge Beziehungen zum russischen Präsidenten. Nach seiner Amtszeit übernahm er Funktionen bei den Energiekonzernen Rosneft und Nord Stream. Dies brachte ihm in Deutschland scharfe Kritik ein. Die SPD entzog ihm faktisch den politischen Rückhalt, sein Bundestagsbüro wurde 2022 aufgelöst.