Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) rechnet angesichts des angespannten Kerosinmarkts mit steigenden Preisen für Flüge. Zugleich widersprach sie Sorgen vor großen Ausfällen im Luftverkehr. Vorhandene Kerosinreserven seien noch keineswegs aufgebraucht, sagte Reiche bei einem Besuch der Ölraffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt, wo unter anderem der Treibstoff für den Hauptstadtflughafen BER produziert wird.
Es sei ein Unterschied, ob Flüge teurer würden oder ob der Flugverkehr nicht mehr stattfinden könne, sagte die Ministerin. Vor diesem Hintergrund erscheine ihr »manche öffentliche Diskussion doch weit überzogen«.
Mit Blick auf Urlaubsflüge sagte Reiche, der Markt zeige aufgrund der hohen Preise »ein Verhalten, das für den individuellen Urlaubsreisenden eine Belastung werden kann«. Teurere Flüge würden jedoch nach wie vor bedeuten, dass die Airlines fliegen könnten. Die Situation sei stabil – wenn auch zu höheren Preisen. Man sei im engen Austausch mit Fluggesellschaften, Raffinerien und Flughafenbetreibern.
Reiche warnt vor Alarmismus
Die Preise für Flugzeugtreibstoff und andere Treibstoffe waren infolge des Irankriegs deutlich gestiegen. Grund dafür ist die Beeinträchtigung des Öltransports durch die Straße von Hormus. Zudem fließt seit Anfang Mai kein kasachisches Rohöl mehr durch Russland über die Druschba-Pipeline.
Der Bundesfinanzminister und SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil hatte Mitte April eine Debatte über mögliche Kerosinknappheit ausgelöst und entsprechende Gegenmaßnahmen gefordert. Der Luftverkehrsverband BDL warnte vor spürbaren Einschnitten im Flugangebot. Reiche sprach hingegen von »Alarmismus« und sagte, die Energieversorgung Deutschlands sei »aktuell gesichert«.
Treibstoffknappheit
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Kerosinmangel:
Ist jetzt mein Urlaub in Gefahr?
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Flugverkehr:
Luftfahrt in Not
Treibstoffknappheit:
Werden jetzt Diesel, Kerosin und Heizöl knapp?