Weil sich seit einigen Jahren auch in Düsseldorf Gänse auf den Grünflächen der Stadt breitmachen – von Graugänsen über Kanadagänse bis zur Nilgans – setzt das Garten-, Forst- und Friedhofsamt bei den Tieren auf eine verordnete Ein- bis höchstens Zwei-Kind-Politik. Das führte Tobias Krause, Biodiversitätsbeauftragter der Stadt, in einem Vortrag in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) 9 aus.

Dem Gremium stellte Krause vor, welche Maßnahmen die Stadt ergreift, um die Zahl der Gänse auch im Benrather Schlosspark in Schach zu halten. Die von ihm vorgestellte Vorgehensweise bedeutet, dass den brütenden Gänsen lediglich zwei – und an besonders übervölkerten Stellen – sogar nur ein Ei zum Ausbrüten gelassen wird. Damit wurde in Düsseldorf 2018 begonnen.

Für Krause zeigt sich der Erfolg der Maßnahme allein schon beim Blick auf die Statistik. Bereits seit 2009 hat die Verwaltung die Gänsepopulation im Blick, wie Krause ausführte. Da sei man als Stadt Düsseldorf viel früher an dem Thema dran gewesen als andere Kommunen. Vor 17 Jahren lebten in der Landeshauptstadt etwa 370 Gänse. In den Jahren 2017 und 2020 knackte man die 1000er-Grenze. Doch durch die gezielte Entnahme von Eiern unter einem entsprechenden Monitoring seien die Zahlen inzwischen leicht rückläufig. Aktuell (2025) ist man bei 800 Tieren, die in den Düsseldorfer Parkanlagen leben. Für die Bezirkspolitiker sind das immer noch deutlich zu viele Vögel, die die städtischen Grünanlagen vollkoten.

Krause erläuterte, dass man ohne das konsequente Gänsemanagement der vergangenen Jahre in der Stadt eine stetig wachsende Gänsepopulation haben würde. „Insofern ist das ein Erfolg“, sagte Krause, „dadurch haben wir eine Trendumkehr geschafft.“ Ohne die Eierentnahme wäre man bei mehr als 2000 Gänsen angekommen.

Er erläuterte auch, warum sich die Düsseldorfer Verwaltung überhaupt mit diesem Thema beschäftigt. So gehe es um Verunreinigungen, die besonders auf Spielplätzen und Sportrasenflächen relevant seien, hinzu kommen Fraßschäden an der Vegetation. Vor allem im Innenstadtbereich kommt dann auch noch eine Verkehrsgefährdung hinzu, wenn plötzlich eine Gänsefamilie die viel befahrene Graf-Adolf-Straße queren will.

Wie viele Gänse sich nun genau im Benrather Schlosspark heimisch fühlen, ist allerdings nicht eindeutig. Dazu lieferten Krause und etwa die Grünen-Politikerin Andrea Wimschneider unterschiedliche Zahlen. Der Biodiversitätsbeauftragte sprach von inzwischen rund 80 Gänsen, darunter nur einige wenige Jungvögel, Wimschneider allein von zehn bis 15 Jungvögeln. „Am Spiegelweiher fühlen sich die Gänse wohl. Kommt auf der einen Seite ein Hund vorbei, können die Vögel einfach auf die andere Seite des Gewässers ausweichen“, berichtete Krause. Was übrigens auch die Gänsepopulation in Schach hält, ist der geteilte Lebensraum mit Schwänen. Um diesen Tieren eine bessere Lebensumgebung zu schaffen, bringt das Gartenamt Laub und Stroh auf die kleine Insel auf dem Schlossweiher.

Auch Pflanzen, die die Gänse nicht fressen, sind eine Maßnahme gegen die Tiere. Dadurch, dass der Schlosspark ein Gartendenkmal ist, kann man aber beispielsweise nicht die Uferbereiche der Gewässer verändern, um den Gänsen einen Aufenthalt zu verleiden. Das Vertreiben der Tiere – oder gar das Schießen – ergibt aus Sicht von Tobias Krause wenig Sinn. Denn Gänse können fliegen. Und wird die Population der einen Art weniger, füllt die nächste Art die Lücke. So brütet beispielsweise die Nilgans ganzjährig und macht allein dadurch noch mehr Arbeit.

Auch am Elbsee gibt es eine funktionierende Maßnahme. Dort haben sich auf der unter Naturschutz stehenden Insel inzwischen Großmöwen angesiedelt, die sowohl Gänseeier als auch Jungtiere auf dem Speiseplan haben. Bis zum Ausbruch der Schweinepest wurden die eingesammelten Gänseeier übrigens an die Wildschweine verfüttert. Das ist aktuell nun nicht mehr erlaubt. Ein Problem ist auch, dass Gänse (wie auch Enten und Tauben) immer noch von Menschen gefüttert werden. Wer dabei erwischt wird, zahlt ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro. „Allerdings haben wir schon den Eindruck, dass die Vielfütterszene weniger geworden ist“, so Tobias Krause.