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Berlin – Sie hat dieses zauberhafte Lächeln, die Würde und die Eleganz, aber sie verschließt niemals die Augen vor den Problemen, die die Schwächsten betreffen. Unsere Kinder. Hoher Besuch in Berlin. Schwedens Königin Silvia eröffnete jetzt das Forum ihrer World Childhood Foundation. Die Monarchin setzt sich seit Jahrzehnten ein im Kampf gegen Misshandlung und Missbrauch von Kindern.
Schwedische Königin im Hotel Adlon
Es sind leise Worte, aber sie tragen die Wucht eines ganzen Lebens. Königin Silvia von Schweden (82) spricht im Berliner Hotel Adlon – und spricht für die, die oft keine Stimme haben: unsere Kinder.

Königin Silvia feierte gerade erst mit ihrem Ehemann, König Carl Gustaf seinen 80. Geburtstag. Am 19. Juni feiert das Paar Goldene Hochzeit
Foto: Christian Spreitz/BILD
Gemeinsam mit First Lady Elke Büdenbender (64), Gattin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70), hat sie zu einem großen Forum geladen. Rund 80 Expertinnen und Experten sind gekommen. Ihr Ziel: endlich wirksamer Schutz für Kinder – über alle Grenzen von Politik, Behörden und Systemen hinweg.

Königin Silvia und Carl Gustaf von Schweden sind seit 1976 verheiratet
Foto: danapress
Für die Monarchin ist es eine Herzensmission
Für Silvia ist es mehr als ein Termin. Es ist ihre Herzensmission. „Seit vielen Jahrzehnten begegne ich Kindern, deren Rechte verletzt wurden. Oft im Verborgenen, oft viel zu lange“, sagt die Königin mit bewegter Stimme. Begegnungen, die sie nie losgelassen haben.
Schon 1999 gründete sie die World Childhood Foundation – heute treibt sie den Kampf gegen Gewalt an Kindern unermüdlich voran. Auch mit 82 Jahren. Im Adlon wird schnell klar: Kinderschutz ist kein Randthema. Es geht um alles. „Kinderschutz ist kein Randthema, sondern ein Prüfstand für den Zustand unserer Gesellschaft“, mahnt Silvia. Ihr Appell: weg vom Reden und hin zum Handeln.
Internet wird immer mehr zur Gefahr
Denn das Problem ist riesig. Gewalt gegen Kinder passiert überall: in Familien, Schulen, Vereinen – und immer stärker auch im Internet. Gerade hier müsse mehr gehandelt werden.
Elke Büdenbender findet deutliche Worte: „Sexueller Kindesmissbrauch ist eine der größten Herausforderungen für eine demokratische Gesellschaft.“ Und weiter: „Es kann nicht sein, dass Kinder nicht sicher sind. Weder zu Hause noch an Orten, die sie eigentlich schützen sollten.“

Starkes Team: Königin Silvia und Elke Büdenbender: Sie setzen sich zusammen für die World Childhood Foundation ein
Foto: Christian Spreitz/BILD
Die Expertinnen und Experten arbeiten an diesem Tag in sechs Fachforen – von Justiz über Bildung bis hin zu Wirtschaft. Gemeinsam suchen sie nach Lösungen. Nicht nebeneinander, sondern miteinander. Denn genau daran scheitert es oft. „Kinderschutz scheitert nicht am Wissen – sondern daran, dass wir es nicht konsequent umsetzen“, heißt es aus der Stiftung.
Ergebnisse werden an Regierung übergeben
Am Ende des Tages werden die Ergebnisse symbolisch an die Bundesregierung übergeben. Ein starkes Zeichen. Doch für Königin Silvia zählt mehr als Symbolik. Sie möchte Veränderung. „Wir schulden Kindern nicht nur Mitgefühl, sondern verantwortungsvolles Handeln“, sagt sie eindringlich. „Nicht auf ihre Kosten – sondern zu ihren Gunsten.“ So etwas dürfe nicht an einzelnen Legislaturperioden oder Haushaltsplänen hängen.