Nach einigen Jahren der Unsicherheit ist das Bölschefest jetzt wieder fest zurück im Mai. Der Verein „Hauptstadtkultur“ hat die Organisation des traditionsreichen Volksfests in Friedrichshagen übernommen. In dieser Woche wird die Bölschestraße wieder auf der gesamten Länge und nicht nur im Bereich zwischen S-Bahnhof und Marktplatz zur Festmeile.

Hundesalon in der Bölschestraße in Friedrichshagen

Eine Besonderheit in diesem Jahr ist, dass das Bölschefest vier Tage dauert. Den Feiertag am Donnerstag haben die Veranstalter mit ins Programm genommen. Dann wird es von 12 bis 22 Uhr die „Große Herrentagsparty mit Mikey Cyrox“ geben. Normalerweise, und so ist es auch für die kommenden Jahre geplant, soll das Fest über drei Tage gehen.

Bölschefest in Friedrichshagen: So viele Händler haben sich angekündigt

Der Verein „Hauptstadtkultur“ verspricht die Verwandlung der Bölschestraße in eine „lebendige Flaniermeile“. In der Ankündigung heißt es: „Die malerische Bölschestraße, gesäumt von prachtvollen Gründerzeit- und Jugendstilfassaden, führt direkt vom S-Bahnhof Friedrichshagen hinunter zum Müggelsee. Ein idealer Rahmen für ein Fest, das Berliner Lebensfreude mit historischem Flair verbindet.“ Zum Programm gehören Musik, Kunsthandwerk, jede Menge kulinarische Spezialitäten und Unterhaltung. Für Kinder gibt es Fahrgeschäfte und Spiele.

Die Bölschestraße ist einfach eine wunderschöne Einkaufsstraße mit so vielen tollen Geschäften.

Christian Jüttner, „Hauptstadtkultur“

Die Berliner Morgenpost hat mit Organisator Christian Jüttner gesprochen. Ihm zufolge sind diesmal an die 200 Händler mit dabei. Damit ist das Bölschefest wieder ein Stück gewachsen. Auch sonst ist das Angebot größer als beim Bölschestraßenfest im September. An diesem Termin hält „Hauptstadtkultur“ auch weiterhin fest.

Immer mehr Geschäfte in der Bölschestraße machen mit

„Der Mai ist traditionell der Termin, der seit Jahrzehnten bekannt ist“, sagt Jüttner. Deshalb habe er diesen schon länger im Visier gehabt. Viele der Aussteller werden seiner Auskunft nach bei beiden Festen dabei sein. Im Mai sei die Resonanz aber auch bei den anliegenden Geschäften größer. Denn dieser Termin sei bei ganz vielen Gewerbetreibenden schon immer fest eingeplant gewesen.

Christian Jüttner, Volksfest-Organisator in Berlin und Brandenburg

Christian Jüttner organisiert das Bölschefest mit seinem Verein „Hauptstadtkultur“.
© FUNKE Foto Services | Joerg Carstensen

„Wir haben viele Geschäfte, die Aktionen dazu machen, die extra eine Fläche vor ihrem Laden auch noch mitbespielen“, berichtet Jüttner. Dabei hebt er den Imbiss „Thüringer Ritter“ hervor. „Die haben wirklich leckere Sachen aus der eigenen Produktion, die sie dann auch auf der Straße präsentieren und nicht nur wie gewohnt im Laden.“

Christian Jüttner, Volksfest-Organisator in Berlin und Brandenburg

Ihm zufolge liegt der Anteil der Geschäfte, die sich am Bölschefest beteiligen, noch nicht bei 100 Prozent. „Aber da wollen wir hin“, betont er. „Dafür müssen wir sicherlich auch erstmal performen. Und dann hoffen wir, ganz viele anstecken zu können.“ Er will zeigen, dass das Bölschefest eine hervorragende Möglichkeit ist, sich zu präsentieren.

Nostalgisches Kinderriesenrad „besonders charmant“

Es sei ein „wichtiges Schaufenster“, um auch viele Menschen von weiter weg anzulocken und ihnen zu zeigen, dass sie auch außerhalb der Festtage dort eine tolle Zeit verbringen können. „Die Bölschestraße wurde ja spaßig damals immer schon als der ‚Kudamm des Ostens‘ betitelt. Und sie ist auch einfach eine wunderschöne Einkaufsstraße mit so vielen tollen Geschäften“, meint Jüttner.

Laden "Würfel & Wein"

Sein persönliches Highlight beim Bölschefest 2026 ist das nostalgische französische Kinderriesenrad auf dem Marktplatz Friedrichshagen. Das findet er „besonders charmant“, auch wenn es nicht besonders groß sei. Einen Kran, auf dem Besucher wie im September 2024 in luftiger Höhe Erinnerungsfotos machen können, wird es dagegen nicht mehr geben. Dieses Konzept habe letztlich nicht so ganz gepasst, erklärt er.

Das sind die musikalischen Highlights auf dem Marktplatz Friedrichshagen

Beim Blick auf das Unterhaltungsprogramm will Jüttner dieses Mal vor allem auf die Kooperation mit dem Bezirksamt Treptow-Köpenick aufmerksam machen. Dieses wollte eigentlich am Sonnabend von 14 bis 18 Uhr einen Band-Contest auf der Bühne durchführen. „Der Erstplatzierte wird beim Köpenicker Sommer auf der Schlossinsel am Samstagabend spielen“, kündigte Jüttner an.

Am Montag sagte das Bezirksamt den geplanten Vorentscheid jedoch ab. „Grund hierfür ist die Absage von rund der Hälfte der ursprünglich angemeldeten Bands. Eine ordnungsgemäße und faire Durchführung des Wettbewerbs war unter diesen Bedingungen nicht möglich“, hieß es in einer Mitteilung. Stattdessen werde die Band „Jomojo“ am Sonnabend von 16 bis 18 Uhr auf dem Marktplatz auftreten.

Bölschestraße

Die Straßenbahnen fahren während des Bölschefests weiterhin durch die Bölschestraße.
© FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen

Ein weiteres Highlight sei bereits am Freitag von 17 bis 22 Uhr die „Große Fifties-Revue“ mit der „Blue Haley Band“ in der XXL‑Formation. „Da gibt es die ganz große Show mit Backgroundsängerinnen und Tänzerinnen“, so Jüttner. Die Mitglieder der Band kommen größtenteils selbst aus Friedrichshagen. Der Lokalkolorit wird unter anderem auch durch das Blasorchester Köpenick bedient, das am Sonntag von 14 bis 17 Uhr auftritt.

Weitere Themen aus Treptow-Köpenick:

Während des viertägigen Fests wird die Straßenbahn weiterhin durch die Bölschestraße fahren. Für Autos ist sie währenddessen gesperrt. Einzige Ausnahme: Der Edeka-Parkplatz wird weiterhin über die Aßmannstraße erreichbar sein. Ansonsten ist die Bölschestraße laut Jüttner „verbarrikadiert“. Es werde einen Mix aus mobilen und festen Sperren geben.

Geöffnet ist Donnerstag von 14 bis 22 Uhr, Freitag und Sonnabend von 12 bis 22 Uhr und Sonntag von 12 bis 20 Uhr. Das gesamte Programm ist zu finden unter https://www.hauptstadtkultur.berlin/traditionelles-boelschefest/.