Blick in die Saxoprint-Druckerei in Dresden-Gruna. Foto: Saxoprint/Cewe
„Cimpress“ übernimmt Betrieb und Geschäftsbereich
Dresden/Oldenburg/Dundalk, 11.05.26. Um profitabler zu werden, verkauft „Cewe“ seine „Saxoprint“-Druckerei in Dresden an die irische „Cimpress“-Gruppe aus Dundalk. Das hat der Oldenburger Foto-Riese heute angekündigt.
Online-Druck ist den Niedersachsen nicht mehr profitabel genug
Die Niedersachsen wollen sich wieder ganz auf die gewinnbringendere Fotoproduktion konzentrieren und veräußern deshalb ihr gesamtes Geschäftsfeld „Kommerzieller Online-Druck“ (KOD). Das umfasst insgesamt 544 Beschäftigte bei „Saxoprint“ in Dresden, „Laserline“ in Berlin und in „Viaprinto“ in Münster. Cewe hatte „Saxoprint“ im Jahr 2012 übernommen, als deutschlandweit die Online-Druckereien boomten. Inzwischen wächst diese Teilbranche aber längst nicht mehr so dynamisch wie in der Zeit vor Corona. Deshalb will Cewe seine Online-Druckereien wieder loswerden: Sie versprechen nicht so viel Rendite wie anderen Unternehmensbereiche.
Der Verkauf an Cimpress soll im zweiten Halbjahr über die Bühne gehen, wenn die Kartellwächter keine Einwände haben. Den Verkaufspreis will Cewe nicht nennen.
Cewe-Chef: Saxoprint bekommt „richtigen Eigentümer in einem sich konsolidierenden Markt“
Bei den Iren seien die Sachsen jedenfalls besser aufgehoben, meinen die Niedersachsen: Gerade Saxoprint sei mit seinen Offset- und Digitaldruckmaschinen sehr modern und marktnah ausgestattet und passe auch gut zum Kundenkreis von Cimpress: „Die Veräußerung ist nicht nur für Cewe, sondern auch für den Kommerziellen Online-Druck die richtige Entscheidung“ , findet Cewe-Chef Thomas Mehls. Damit bekämen Saxoprint, Laserline und Viaprinto „den richtigen Eigentümer in einem sich konsolidierenden Markt.“ Die Iren wiederum könnten „mit zusätzlichen Produktionsvolumina die Effizienz- und Skalierungsstärke des technisch herausragenden Produktionsstandorts von Saxoprintin Dresden voll nutzen“ und von deren großen Kundenbasis profitieren.
Cimpress verspricht auch neue Aufträge für Dresden
Cimpress-Chef Robert Keane verspricht, seine neuen Töchter in Deutschland zu stärken: Durch die Cewe-Druckereien bekomme sein Unternehmen „ein starkes, exzellent aufgestelltes Industrie-Asset mit hochmodernen Produktionskapazitäten“. Und er sagt zu: „Wir werden diese Stärke als Teil unseres europäischen Netzwerks nutzen und weiter ausbauen.“ Er rechnet mit „Synergie“-Effekten durch die Angliederung der Sachsen: „Mehrere Cimpress Unternehmen werden die erstklassigen Produktionskapazitäten von Saxoprint für ihre Hauptprodukte nutzen und Saxoprint wird andere Produkte von den spezialisierten Produktionszentren von Cimpress beziehen.“ Dies werde zu besseren Auslastungen und Gewinnmargen führen.
Thomas Bohn. Foto: Heiko Weckbrodt
Thomas Bohn hatte Saxoprint 1999 als lokale Digitaldruckerei gegründet
Der Unternehmer Thomas Bohn hatte Saxoprint im Jahr 1999 als lokale Digital- und Offsetdruckerei gegründet. Anfangs beschäftigte der Betrieb 22 Menschen. Bis zum Verkauf an Cewe im Jahr 2012 wuchs das Unternehmen in Dresden-Gruna zu einer großen Online-Druckerei mit über 500 Mitarbeitern. Der neue Eigentümer investierte in den folgenden Jahren erhebliche Beträge, um den Druckmaschinenpark weiter auszubauen und stetig zu modernisieren. Außerdem übernahm Saxoprint 2018 die „Laserline“ und 2024 die Großdrucktechnik von „Eastprint“.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Cewe, Saxoprint, Cimpress, Oiger-Archiv, Wikipedia
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