Angehende Psychotherapeuten und -therapeutinnen gehen am Dienstag, 12. Mai, in Essen auf die Straße. Sie fordern, dass die Finanzierung der Psychotherapie-Weiterbildung endlich gesichert werden müsse: „Sonst droht ein Versorgungsnotstand“, sagen die Veranstalter der Demo, die um 16 Uhr auf dem Hirschlandplatz in der Innenstadt beginnt.

Monatelang warten Betroffene auf eine Psychotherapie

Schon jetzt kämpften Menschen mit psychischen Problemen mit einer lückenhaften Versorgungssituation und warteten oft monatelang auf eine Therapie. „Die Ausbildung neuer Psychotherapeuten ist der Grundstein, um diese Versorgungslücke zu schließen“, sagen die Psychologie-Studierenden. Schon seit dem Jahr 2019 müsse aber die Frage geklärt werden, wie die neue, verpflichtende fünfjährige Weiterbildung finanziert werden könne.

Aufgrund des langjährigen Missstands könnten Ausbildungsstandorte nur vereinzelt Stellen schaffen oder müssten sogar schließen, sagen die Studierenden. Aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen verschärften die Lage weiter: „Die geplanten Honorarkürzungen durch den erweiterten Bewertungsausschuss stoßen bundesweit auf Kritik. Sinkende Vergütungen setzen Praxen und Weiterbildungsstätten finanziell unter Druck.“ Damit drohe sich das Angebot an Weiterbildungsplätzen weiter zu verringern; in der Folge könne sich auch der Nachwuchsmangel verschärfen. Die Demonstranten fordern, angehende Psychologen sowie Patienten mit psychischen Problemen nicht im Stich zu lassen.

Demo weist auf drohenden Versorgungsnotstand hin

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Die Demonstration unter dem Motto „Psychotherapie in Gefahr – Weiterbildung jetzt finanzieren“ findet im Rahmen eines bundesweiten Aktionsmonats statt. Vom Hirschlandplatz aus wollen die Demonstranten in Richtung Grüne Mitte ziehen, wo in verschiedenen Reden deutlich gemacht werden solle, dass ein Versorgungsnotstand drohe.