
Der Amtswechsel in München ist jetzt auch offiziell vollzogen: Alt-Oberbürgermeister Reiter (SPD) hat die Amtskette an seinen Nachfolger Krause von den Grünen weitergereicht.
Elf Tage nach Beginn seiner Amtszeit hat Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) jetzt auch die Amtskette bekommen. Alt-OB Dieter Reiter (SPD) hat sie ihm bei einer Feierstunde im Alten Rathaus überreicht.
Alt-OB Reiter geht „mit Demut und Wehmut“
Nachdem Reiter Ende März abgewählt worden war und sich völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, präsentierte er sich nun mit einer gewissen Lockerheit, aber auch nachdenklich. „Man darf sich seiner Macht und der Gunst der Wähler niemals zu sicher sein“, sagte er etwa.
Nun sei es an der Zeit, Verantwortung abzugeben: „Ich tue das mit Dankbarkeit, Demut und zugegebenermaßen mit bissl Wehmut.“ Als der Termin für die Sitzung vor Monaten festgelegt worden sei, habe er sich das „anders vorgestellt“, räumte Reiter ein: „Aber so ist das im Leben.“
Dank vom neuen Oberbürgermeister Krause
Seine zwölf Amtsjahre seien von großen Chancen, aber auch Herausforderungen geprägt gewesen, resümierte der Alt-OB. Gemeinsam habe man viel erreicht. Er verlasse das Amt nun dem „guten Gefühl, alles getan zu haben, um München zu dienen, und in der Gewissheit, dass München auch in Zukunft in guten Händen ist“.
Seinen bisherigen Stellvertreter und jetzigen Nachfolger beschrieb Reiter als jemanden, der zuhöre, nachfrage und sich nicht immer mit einfachen Antworten zufrieden gebe. Krause wiederum dankte seinem Vorgänger Reiter: „Du hast München sicher und gut durch die zwölf Jahre gesteuert.“
Zukunftspläne ohne Kommunalpolitik
Die Sitzung fand im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft statt. Sie haben Reiter mit „Standing Ovations“ verabschiedet. Im Gespräch mit BR24 kündigte Reiter an, dass er die Münchner Kommunalpolitik künftig nicht kommentieren werde: „Das ist nicht mein Job.“ Was seine berufliche Zukunft angeht, will der 67-Jährige nicht ausschließen, dass er sich irgendwann „in der einen oder anderen Beraterrolle“ wiederfinde: „Wenn Erfahrung gefragt ist, werde ich nicht Nein sagen – wenn der Job stimmt und es um eine gute Sache geht.“
Auch auf der Musikbühne wird man ihn weiter erleben: Bereits am 12. Juni will er beim Stadtgründungsfest wieder mit der „Paul Daly Band“ auftreten. Im Übrigen genieße er es, jetzt mehr Zeit zu haben. Zuletzt habe er sich „so gut gefühlt wie seit Wochen nicht mehr“.
München vor großen Herausforderungen
Nach der Übergabe der Amtskette hat der neue OB Krause auch die neuen Stadträte vereidigt. In seiner Eröffnungsrede skizzierte er noch einmal die großen Herausforderungen der nächsten Jahre – allen voran die Konsolidierung des Haushalts. Die Stadt befinde sich in einer „veritablen Haushaltskrise“, die ihr den Handlungsspielraum nehme.
Dabei müsse man weiter etwa in den Wohnungsbau und die Infrastruktur investieren. Daneben will Krause im Stadtrat politische Barrieren öfter überwinden und mehr „konstruktiven Umgang“ erreichen.
Koalitionsvertrag mit Verzögerung unterzeichnet
Den Koalitionsvertrag unter dem Titel: „Aufbruch und Erneuerung. Zusammenhalt und Verlässlichkeit. Für München“ hatten die Koalitionspartner – Grüne, SPD, FDP, Rosa Liste und Freie Wähler – erst kurz vor der Feierstunde unterzeichnet. Eigentlich war das bereits gestern geplant. Krause hatte den Termin aber wegen eines fiebrigen Infekts kurzfristig verschieben müssen.
Wegen der vielen Partner war zuletzt immer von einer „Mango-Koalition“ die Rede. Die FDP soll auch bereits entsprechende „Mango-Devotionalien“ produziert haben. Man nehme aber gerne noch weitere Namensvorschläge entgegen, sagte Krause.
Auf der Tagesordnung: Stellvertreterwahlen und Oktoberfest
In der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrats wurden Stellvertreterinnen von Oberbürgermeister Krause gewählt: Neue zweite Bürgermeisterin ist Mona Fuchs (Grüne), die damit Krauses Nachfolgerin ist. Verena Dietl (SPD) bleibt dritte Bürgermeisterin. Die Wahl galt als Formsache. Die Weichen dafür waren bereits im Koalitionsvertrag gestellt worden, und die potenziellen Kandidatinnen standen auch bereits fest.
Auf der Tagesordnung steht zudem das Oktoberfest. Nicht-öffentlich soll über die Zulassung der Wiesnwirte entschieden werden. Das war eigentlich bereits Ende April geplant gewesen, wurde dann aber verschoben. Es hieß, die Stadträte hätten die Vorlagen zu spät bekommen.
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Quelle: Mittags in Oberbayern 11.05.2026 – 10:50 Uhr