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Uns auf Google folgen Der „WerkRaum Wiesbaden“ im ehemaligen Kaufhaus Sportscheck soll als Debatten- und Arbeitsort genutzt werden. Auf dem Foto erklärt ein Mann das Konzept, mehrere Frauen und Männer stehen um ihn herum und hören zu.  Der „WerkRaum Wiesbaden“ soll als offener Debatten- und Arbeitsort genutzt werden – mit wechselnden thematischen Schwerpunkten. © Michael Schick

Im ehemaligen Sportscheck-Gebäude wird bis Oktober an der Zukunft gearbeitet. Das Projekt ist Teil der World Design Capital 2026.

Mitten in der Wiesbadener Innenstadt wird ein leerstehendes Kaufhaus zum Labor für die Stadt von morgen: Seit Anfang Mai ist der „WerkRaum Wiesbaden“ in der Langgasse geöffnet. Bis Ende Oktober soll er ein Ort sein, an dem Bürgerinnen und Bürger, Initiativen und Institutionen gemeinsam über die Zukunft der Stadt diskutieren – und sie konkret mitgestalten.

Der Werkraum ist Teil des Programms zur World Design Capital Frankfurt Rhein-Main 2026. Unter dem Leitmotiv „Design for Democracy“ geht es dabei ausdrücklich nicht um Ästhetik, sondern um gesellschaftliche Fragen: Wie wollen Menschen in der Stadt leben, sich bewegen und teilhaben?

In Wiesbaden spielt dabei das ehemalige Sportscheck-Gebäude eine zentrale Rolle. Der Leerstand in bester Lage soll als offener Debatten- und Arbeitsort genutzt werden – als sogenannter „Vierter Ort“ zwischen Alltag, Kultur und Konsum. Dabei ist der Raum Schaufenster und Werkstatt gleichermaßen. Initiiert wurde das Projekt von der Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden gemeinsam mit der Architektin Sandra Düsterhus, Professor Jörg Waldschütz und Studierenden der Hochschule Rhein-Main. Ihr Ansatz: kein fertiges Ausstellungsformat, sondern ein Raum, der sich durch Nutzung verändert.

Über sechs Monate hinweg werden Ausstellungen, Workshops, Diskussionen und Mitmachformate organisiert. Dabei steht jeder Monat unter einem eigenen thematischen Schwerpunkt. Den Auftakt bildet im Mai das Thema „Gemeinschaft“ – mit der zentralen Frage, was die Stadtgesellschaft zusammenhält und welche Initiativen Zugehörigkeit schaffen.

Für die Stadt ist das Projekt mehr als ein temporäres Kulturformat. Erwartet werden Impulse für die Stadtentwicklung, neue Kooperationen zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft und Kreativwirtschaft – und nicht zuletzt die Frage, wie leerstehende Räume in Zukunft genutzt werden können. Der Werkraum soll so zu einem Experimentierfeld werden für eine Stadt, die Gestaltung als gemeinsame Aufgabe versteht.