Die Clubcommission Berlin wird 25 Jahre alt. Die Interessenvertretung der Berliner Clubszene gilt als die erste ihrer Art weltweit und hat viel dafür getan, dass die Feierkultur politisch mehr Wertschätzung erfährt. Wir gratulieren

Text: Maximilian Hossner

Veröffentlicht am: 11.05.2026

Home » Kultur » Club » Rückgrat der Clubpolitik: Die Clubcommission Berlin feiert 25. Geburtstag

Sitz der Clubcommission Berlin an der Brückenstraße 1 in Kreuzberg.  © Imago / Pemax

Wer mit Menschen weltweit über Clubs spricht und dabei erwähnt, dass er oder sie aus Berlin kommt, dem wird oft mit Staunen oder Begeisterung begegnet: Rund um den Globus schätzen Raver und Feierbegeisterte Berlin für sein Nachtleben.

An dieser Entwicklung nicht ganz unbeteiligt ist auch die Clubcommission Berlin, die als älteste Interessenvertretung der Clubkultur einer Stadt weltweit(!) nun ihren 25. Geburtstag feiert. Mehr als 250 Mitglieder zählt sie heute, das sind fast alle namhaften Clubs der Stadt. Die Erfolge lassen sich sehen: In den vergangenen Jahren konnte sie mehr als zehn Millionen Euro an Fördermitteln an Spielstätten, Kollektive und Veranstalter organisieren und weiterreichen. Während der Corona-Pandemie erstritt die Interessenvertretung Soforthilfen für die Szene, organisierte Impftermine in Clubs.

Weil Beschwerden wegen Lärmbelästigung eine Bedrohung für Clubs darstellen und Schallschutz häufig ein großes Hindernis bei Clubneubau- und Umzug ist, richtete die Clubcommission einen Schallschutzfonds ein. Dieser soll Konflikte zwischen Nachbarschaften und Spielstätten entschärfen. Etwa eine Million Euro befinden sich in dem Fonds.

Die Berliner Clubcommission rief in der Pandemie den Tag der Clubkultur ins Leben, hier diskutierten Vereinsmitglieder und Gäste 2025 auf einem Panel über die Zukunft der Feierkultur.  © Jascha Hase25 Jahre Clubcommission Berlin: Institutionelle Arbeit und Kampf auf der Straße

Mit ihrer Arbeit hat die Clubcommission auch dafür gesorgt, dass die Techno- und Clubkultur in Berlin von der Politik stärker wertgeschätzt wird. So erkannte das Berliner Abgeordnetenhaus Clubs 2020 als Kulturstätten an, auf die der Bundestag folgte. 2021 wurde die baurechtliche Gleichstellung mit Theatern, Opern und Konzerthäusern beschlossen. Aber auch abseits von institutionalisierten Aushandlungsprozessen setzte sich die Clubcommission immer wieder für die Belange der Clubs ein. So protestierte der Verein etwa gegen den Weiterbau der A100, der viele Techno- und Liveorte verdrängen würde, und setzte sich 2013 gegen die GEMA-Tarifreform ein, die viele Clubs in ihrer Existenz bedroht hätte.

Gerade in Zeiten einer neoliberalen Stadtentwicklung, in der viele Berliner Clubs aufgrund von Neubau und steigenden Mieten in den letzten Jahren schließen mussten, mag man sich kaum vorstellen, wie stark das Clubsterben ohne einen Verein wie die Clubcommission schon ausgesehen hätte. Wir gratulieren zum 25. Geburtstag!

Mehr zum Thema

Feiern gehen? Wir zeigen euch die besten Techno-Clubs der Stadt. Diese Orte waren prägend: Clubs im Berlin der 1990er-Jahre zeigen wir euch hier. Das waren gute Neuigkeiten:Der Berliner Techno wird zum Unesco-Weltkulturerbe. Auf der Suche nach neuen Outfits? Diese Rave-Wear-Läden in Berlin statten euch mit Mode für Clubnächte aus. Benehmt euch: Diese Fehler solltet ihr im Berghain besser nicht machen. Ausgehen: Hier ist das Club-Programm mit Partys in Berlin.

Das könnte dich auch interessieren