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Das Deutsche Meeresmuseum hält den Buckelwal für tot. Die Privatinitiative liefert weiter keine Peilsender-Daten. Mögliche Sichtungen nähren Hoffnung.

Wismar – Der in die Nordsee freigesetzte Buckelwal ist nach Einschätzung des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ tot. Wo das mehrfach an der Ostseeküste gestrandete Tier seit Samstag (2. Mai) hingeschwommen ist und ob es noch lebt, ist weiter unklar. Die Privatinitiative, die den Transport des Tiers organisiert hatte, hat dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns bis zum Ablauf einer gesetzten Frist am 5. Mai 2026 keine Peilsender-Daten übermittelt.

Weitere Entwicklung zum Buckelwal in der Nordsee PeilsenderWo ist Buckelwal „Timmy“? Laut Experten ist er bereits tot. Eine Onlinedienst meldete in der Meeresregion zuletzt mehrere Sichtungen. (Archivbilder/Collage) © Jens Büttner/Philip Dullian/dpa

Till Backhaus (SPD), Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns, hatte die Initiative aufgefordert, die vereinbarten Informationen fristgerecht zu liefern. „Mit der privaten Initiative ist vereinbart, dass sie sich bis heute mit den angeforderten Informationen zurückmeldet. Dazu gehören insbesondere die Daten der Peilsender sowie aktuelle Erkenntnisse zum Zustand des Tieres“, erklärte Backhaus. Die letzten Aufnahmen des Wals wurden kurz nach seiner Freisetzung im Skagerrak zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden gemacht. Das ist auch sein letzter bekannter Standort.

Wo ist Buckelwal „Timmy“? Experten mit düsterer Prognose, Beobachtungen schüren Hoffnung

Die Bedingungen – darunter das Anbringen eines Peilsenders und die Weitergabe der Daten – waren laut Backhaus vorab vereinbart worden. „Diese Punkte dienen der Nachvollziehbarkeit des Einsatzes und der weiteren Einordnung des Geschehens“, so der Minister. Eine Sprecherin des Ministeriums hatte bereits am vergangenen Samstag mitgeteilt, die Peildaten seien mehrfach angefordert worden, lägen aber nicht vor.

Somit ist unklar, ob der Wal noch lebt und wo er sich aufhält. Im Skagerrak und weiter westlich gab es dem Dienst Whale Alert zufolge seit der Freilassung „Timmys“ jedoch mehrere mutmaßliche Sichtungen von Buckelwalen. Allerdings handelt es sich hierbei um unbestätigte Sichtungen. Eigenen Angaben zufolge können mit der kostenlosen App „Freizeitschiffer, professionelle Crews, Wissenschaftler oder Freiwilligen-Netzwerke Walsichtungen über eine einfache Bedienoberfläche melden.“ Ein Exemplar wurde offenbar unweit seines letzten gesicherten Standortes gesehen, doch auch in Küstennähe zu Norwegen tauchte Meldungen zufolge ein Buckelwal auf.

Am 5. Mai wurde ein Buckelwal weiter westlich in der Nordsee gemeldet. Ob es sich um „Timmy“ oder überhaupt um einen Buckelwal handelt, kann nicht gesagt werden. Mehreren Fachleuten zufolge ist das Schicksal des Buckelwals aber besiegelt. Das Deutsche Meeresmuseum geht davon aus, dass der Wal sich in einem „extrem geschwächten Zustand“ befunden habe und „nicht genug Kraft besaß, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen, und nicht mehr lebt“. Die Initiative hatte zwar angegeben, einen Peilsender angebracht zu haben, räumte aber ein, dieser funktioniere nur eingeschränkt und liefere keine Positionsdaten.

Wochenlange Odyssee von Buckelwal durch die Ostsee – und zurück in die Nordsee

Der Buckelwal war Anfang März 2026 erstmals im Hafen von Wismar gesichtet worden. In den folgenden Wochen irrte er vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns umher, verfing sich in Fischernetzen und strandete wiederholt. Experten des Meeresmuseums und anderer Organisationen erklärten bereits vor etwa einem Monat, dem Tier sei nicht mehr zu helfen.

Buckelwal-Helfer kehren zurück – die bewegenden Aufnahmen von Timmys Reise in die NordseeWeitere Entwicklung zum Buckelwal in der Ostsee Rettung in die NordseeFotostrecke ansehen

Entgegen diesem Expertenrat bugsierte die von Unternehmern finanzierte Privatinitiative den Wal Ende April vor der Insel Poel in einen wassergefüllten Lastkahn und transportierte ihn per Schleppverband Richtung Nordsee. Am vergangenen Samstag wurde das Tier per Drohne letztmals gesichtet und anschließend auf hoher See nördlich von Dänemark freigesetzt. Danach machte die Initiative der Schiffsbesatzung schwere Vorwürfe. (Quellen: afp, dpa, Whale Alert) (jm)