Die Rattenbekämpfung bleibt ein dauerhaftes Thema in der Händelstadt Halle (Saale). In der jüngsten Sitzung des Sozial-, Gesundheits- und Gleichstellungsausschusses hat die Leiterin des Fachbereichs Gesundheit und Amtsärztin, Dr. med. Christine Gröger, den aktuellen Sachstand zur Nagetierprävention vorgelegt.
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Deutlicher Schwerpunkt im Halleschen Westen
Ein Blick auf die Statistik der Befallsmeldungen durch Bürger, Wohnungsgesellschaften und private Eigentümer zeigt für das laufende Jahr 2026 eine Konzentration auf bestimmte Stadtbezirke. Während in den Bezirken Mitte und Nord im bisherigen Jahresverlauf kaum oder gar keine Meldungen eingingen, verzeichnete der Stadtbezirk West – vor allem Neustadt – bis Ende März mit insgesamt elf Meldungen den höchsten Wert im Stadtgebiet. Im Vergleich dazu fielen die Zahlen in den Bezirken Ost und Süd mit jeweils zwei Meldungen deutlich geringer aus. Insgesamt wurden der Stadtverwaltung im ersten Quartal 2026 stadtweit 16 Fälle von Rattenbefall gemeldet. Diese Zahlen setzen einen Trend fort, der bereits im Vorjahr sichtbar war, als der Westen mit 60 Meldungen die Statistik der insgesamt 103 städtischen Meldungen anführte.
Massive Maßnahmen im Abwassernetz
Um der Population Herr zu werden, setzt die Stadt auf ein breites Spektrum an Bekämpfungsmaßnahmen, die weit über das bloße Aufstellen von Fallen hinausgehen. Besonders intensiv wird im Bereich der Infrastruktur gearbeitet: Allein im ersten Quartal 2026 wurden 1.055 Abwasserschächte kontrolliert oder behandelt, wobei der Großteil dieser Einsätze mit 257 Maßnahmen im März stattfand. Auch die Köderbelegung in Rattenköderboxen und an offenen Köderstellen stellt eine tragende Säule der Strategie dar. Flankiert werden diese Maßnahmen durch die Pflege des Stadtgrüns, um den Nagern Rückzugsorte zu entziehen; so wurden in den ersten drei Monaten des Jahres bereits 126 Grünflächen gesäubert und an 70 Stellen Freischnitte für Köderboxen vorgenommen.
Bekannte Brennpunkte bleiben im Visier
Trotz der kontinuierlichen Bemühungen identifiziert das Gesundheitsamt weiterhin spezifische Rattenschwerpunkte, die eine permanente Überwachung erfordern. Insbesondere in den Stadtteilen Süd und West wurden Areale definiert, in denen die Bekämpfung seit Januar 2025 unverändert fortgeführt wird.
Im Stadtbezirk Süd konzentrieren sich die Arbeiten vor allem auf das Umfeld der Erhardt-Hübner-Straße, den Anhalter Platz, die Hanoier Straße sowie das Umfeld der Poliklinik Silberhöhe. Hier wird die Kanalbelegung unter anderem an Glas- und Kleidercontainern sowie in der Nähe des Deutschen Kinderschutzbundes intensiv überwacht. Auch im Stadtbezirk West wurden zahlreiche Straßenzüge als Schwerpunkte identifiziert, in denen teilweise fest installierte Boxen zum Einsatz kommen. Dazu zählen unter anderem der Rennbahnring, der Ernst-Barlach-Ring sowie der Robert-Bunsen-Weg. Weitere Schwerpunkte bilden die Gebiete um den Florentiner Bogen, die Gottfried-Semper-Straße, die Neustädter Passage und der Bereich am Tulpenbrunnen. Besonders im Areal „Am Gastronom“ bis zur Magistrale sind öffentliche Freiflächen und Spielplätze von den Maßnahmen betroffen, um die Population in diesen sensiblen Bereichen nachhaltig zu begrenzen.
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Grünen-Stadträtin Annette Kreuzfeld erkundigte sich zur Peißnitz. Dort werden laut Stadt keine Maßnahmen durchgeführt. Eine Bekämpfung fand nur im vergangenen Herbst auf dem Spielplatz Ziegelwiese nach einer Beschwerde statt. Da von 6 Rattenköderboxen allerdings 5 entwendet wurden, wird in diesem Bereich nicht mehr bekämpft.
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