Verlässt man sich auf den Berlin-Stadtführer, hat die Metropole mehr als 175 Museen. Glaubt man der KI bei Google, sind es sogar fast 220 und damit käme Berlin im EU-Ranking ja dem Spitzenreiter London nahe.
Wie auch immer, dass Berlin nicht eben Mangel an Kunst-/Kultur-/Wissenschafts-Angeboten leidet, weiß, wer sie nutzt. Nur müsste dieser Reichtum auch in den Stadtvierteln bei allen Leuten bewusster werden. Es braucht in dieser großen, aber hart zum Sparen gezwungenen Metropole Koordination, Vernetzungen, damit Synergien genutzt werden können, Energien und Kreativität nicht verpuffen, wenn jeder nur seins macht.
Kooperation und Austausch sind die Zauberworte. Genau damit will sich in Mitte, nicht „von oben“ beschlossen, sondern gleichsam graswurzeldemokratisch, ein neues Museumsquartier bilden: Die Chefs der Museen Futurium, Hamburger Bahnhof, Medizinhistorisches Museum und Museum für Naturkunde luden am Montag ein, um es zu verkünden.
Auch der Immobilienentwickler der Gegend, die CA Immo, war da und stellte als Starthilfe eine erkleckliche Summe in Aussicht. „Wissen, Kunst, Zukunft“ ist das Motto, um das einst vor der Berliner Mauer zerschnittene, zerstückelte Wohn-, Arbeits- und Museumsareal um Invalidenstraße, Hauptbahnhof, Humboldthafen und Spreebogen endlich auch für die Bewohner der Häuser, die Jugend, die Nachbarn in den Büros, Behörden, Restaurants sichtbarer, erlebbarer zu machen.
Jährlich ziehen die genannten Museen zwei Millionen Besucher an, und vermitteln Wissen und Kultur von den Anfängen unseres Sonnensystems über die Gegenwart bis in die Zukunft. Nun will man sich, idealistisch im Sinne Friedrich Schillers, stärkend zusammentun. Ein Anfang wäre ein gemeinsames Marketing, die Kooperation bei der Vermittlung. Nicht zuerst das Geld sei das Primäre, sondern Energie und Liebe zur Sache, so bringt es Johannes Vogel, Direktor des Naturkundemuseums, leidenschaftlich auf den Punkt.

Das Futurium am Alexanderufer mit Holzskulptur
© Karl-Heinz Spremberg/imago
Eine feine Idee ist geboren. Und kann gelingen! Am Kulturforum machen die Anrainer vor, was Kooperation kann. Zur allherbstlichen Bürgertafel kommen stets Tausende. SMB-Museen, Kunstkirche St. Matthäus, Philharmonie und Stabi schafften es, die Steinwüste als Baumschule zu begrünen. Nun also wird am 13. Juni, einem hoffentlich Schönwetter-Samstag, die neue Museumsmeile um den Berliner Hauptbahnhof mit einem ersten „Nachbarschaftsfest“ starten.
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