Stand: 11.05.2026 20:44 Uhr
Auf der Moorweide hat am Sonnabend nach einem juristischen Tauziehen das Pro-Palästina-Camp „Bridges of Resistance“ begonnen. Die Jüdische Gemeinde kritisiert, dass das Camp Hass auf Juden und Jüdinnen verbreite.
Das Camp richte sich klar gegen jede Form von Rassismus und Antisemitismus, hieß es von den Veranstalterinnen und Veranstaltern bei einer Pressekonferenz am Montag. Damit wollen die Organisatoren dem Vorwurf der Jüdischen Gemeinde Hamburg und aus Teilen der Politik widersprechen, die dem Camp die Verbreitung von Judenhass vorwerfen. „Es ist keine Provokation und keine in Frage Stellung des jüdischen Gedenkens, weshalb wir ein gutes Recht darauf haben, unsere Grundrecht wahrzunehmen und hier protestieren zu dürfen“, sagt Nikodem Kaddoura, Sprecher von „Bridges of Resistance“ gegenüber dem NDR. „Wir sind keine Antisemiten und was wir hier machen, ist Kritik an der Regierungs Israels und die in den Vordergrundstellung des Leides der Palästinenser*innen.“ Gleichzeitig wurden bei der Vorstellung des Programms auf Nachfrage allerdings das Existenzrecht Israels bestritten sowie Zionismus mit Faschismus gleichgesetzt.
Camp will an die Vertreibung der Palästinenser erinnern

Bis zum 16. Mai findet das Camp unter dem Motto „Stop Nakba Now“ statt.
Mehr als zehn Zelte mit Küchenbereich, Seminarräumen und Treffpunkten wurden auf der Großen Moorweide gegenüber dem Dammtorbahnhof aufgebaut. Geplant seien Vorträge, mehr als 40 Workshops sowie ein kulturelles Programm. Die Organisatoren sagen, die Resonanz sei bundesweit groß.
Unter dem Titel „Bridges of Resistance“ will das Camp an die sogenannte „Nakba“ erinnern, die historische Vertreibung von Palästinensern 1948 während der Gründung Israels, aber auch an den aktuellen Krieg im Nahen Osten. Hamburg als Umschlagplatz von Waffen für das israelische Militär stehe dabei im Fokus, sagen die Organisatoren. Sie lehnen jede Unterstützung aus Deutschland für den israelischen Staat ab. Bis Ende dieser Woche wollen die Aktivistinnen und Aktivisten nun auf der Moorweide bleiben.
Jüdische Gemeinde kritisiert Camp
Seit vergangener Woche wird das Camp heiß debattiert. Die Jüdische Gemeinde kritisiert, dass das Camp Hass auf Juden und Jüdinnen verbreite. Angesichts ihrer Vergangenheit sei die Moorweide kein beliebiger öffentlicher Raum. Von dort wurden in der NS-Zeit Tausende Menschen deportiert. Die Versammlungsbehörde wollte das Camp in den Sternschanzenpark verlegen. Doch dagegen zogen die Veranstalterinnen und Veranstalter vor Gericht und bekamen vom Verwaltungsgericht Recht.
Demonstrationen gegen das Camp am Sonntag
Etwa 150 Menschen hatten am Sonntag gegen das pro-palästinensische Protestcamp auf der Hamburger Moorweide demonstriert. Es habe trotz der emotionsgeladenen Stimmung keine Vorfälle gegeben, hieß es von der Polizei. Die Eimsbütteler FDP-Fraktion fordert den Senat auf, die Fläche als historischen Erinnerungsort anzuerkennen. Ein stärkerer gesetzlicher Schutz könne Camps wie dieses dort zukünftig unmöglich machen. Schon jetzt solle der Senat verbieten, dass die Moorweide nachts genutzt wird oder dort eine „campartige Infrastruktur“ aufgebaut wird. Am Sonntag protestierten laut der Polizei rund 150 Menschen gegen das Camp.

Die einwöchige Veranstaltung hat auf der Moorweide am Sonnabend begonnen. Vorausgegangen war ein juristisches Tauziehen um die Genehmigung des Standortes.

Erneut Genehmigungen erteilt
Die Bundesregierung hat trotz eines teilweisen Exportstopps erneut die Ausfuhr von Rüstungsgütern an Israel genehmigt. Das geht aus einer Anfrage der Linken hervor. Es soll sich aber nicht um Kriegswaffen handeln.