Monatelang hallte es aus allen Ecken, dass diese Mannschaft keinen Charakter hat. In Magdeburg (0:2) war es noch ein totes Team, das die Premiere von Alexander Ende (46) versaute. Doch der Neu-Trainer, der vor vier Wochen das Düsseldorf-Himmelfahrtskommando übernommen hatte, hat tatsächlich die richtigen Knöpfe gedrückt, sodass die Spieler, die so lange zu Recht kritisiert wurden, nun zeigen, dass doch viel Gutes in ihnen steckt.

Das zweite Ende-Spiel gegen Dresden (3:1) war schon richtig gut, der Auftritt auf Schalke (0:1) ebenfalls stark – die Leistung jetzt gegen Elversberg (3:1) aber wirklich top. Immer wieder war über die Truppe von Fortuna Düsseldorf zu hören, dass sie eigentlich viel zu gut sei für den Abstiegskampf, jetzt zeigt sie endlich auch Qualität. Weil Sven Mislintat (53) offenbar gerade noch rechtzeitig den Trainer gewechselt hat – und vor allem mit Ende goldrichtig lag.

Der Manager: „Wir müssen das erst finishen, aber unabhängig davon ist es die richtige Entscheidung für die Zukunft von Fortuna. Alex hat eine geile Energie, eine super Ansprache, er kann switchen zwischen sehr herausfordernd und eine Schulter zu geben, wenn mal was nicht läuft. Er bleibt auch cool, wenn mal was nicht läuft. Er trifft viele gute Entscheidungen und die richtigen Knöpfe, er ist auch ein riesiger Faktor dafür, dass Spieler wieder aus einer schlechteren Phase rausgekommen sind.“

Sogar Breithaupt und Heyer plötzlich gefeiert

Denn unter Ende glänzen plötzlich auch die Sorgenkinder der Saison. Sotiris Alexandropoulos (24) pflügt aktuell mit riesiger Energie durch das Mittelfeld und ist unverzichtbar geworden. Marin Ljubicic (24) wurde unter Ende erst zum Kämpfer, jetzt ermöglichte er das Elversberg-Eigentor zum 1:0 und leitete den zweiten Treffer mit einem Beinschuss am eigenen Strafraum ein. Tim Breithaupt (24) ist auf einmal auch kein Unsicherheitsfaktor und Moritz Heyer (31) hat plötzlich das Kämpfer-Gen in sich entdeckt, grätschte nach seiner Einwechselung gegen Elversberg in jeden Ball und wurde vielleicht erstmals in Düsseldorf gefeiert.

Auch bei den Fans kommt Alexander Ende (46) richtig gut an.

Auch bei den Fans kommt Alexander Ende (46) richtig gut an.

Foto: Getty Images

Das ist Endes Werk und sehr vieles deutet darauf hin, dass das auch die Rettung in der 2. Liga beinhaltet. Sein eigenes Dazutun will der Fortuna-Trainer allerdings nicht zu hoch hängen. Ende: „Du kommst irgendwohin und hörst von Anfang an rein, welche Energien es gibt und was die Mannschaft beschäftigt, wo mental etwas los ist. Mein Ansatz ist, immer positiv an Sachen ranzugehen und die Spieler in die Pflicht zu nehmen. Ich bin nicht der Wichtigste, sie sind die Wichtigsten – und ich versuche ihnen, Überzeugung und Vertrauen in sich selbst zu geben. Es bringt nichts, wenn ich es ihnen nur erzähle, sie müssen es fühlen, wie es ist, wenn man füreinander da ist.“
Der Trainer weiter: „Diesen Moment hatten wir gegen Dresden, da haben wir gesehen, was möglich ist, wenn wir bereit sind, füreinander da zu sein. Das dürfen wir nicht mehr loslassen, weil das ist der einzige Weg. Egos, die eigene Interessen verfolgen, können in dieser Situation nicht zum Erfolg führen.“ Und das haben auch die Spieler verstanden, die vor Ende genau diese Egos waren…