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Donald Trump sollte nicht länger US-Präsident sein. Das fordern zahlreiche Mediziner und warnen vor allem mit Blick auf die Atomsprengköpfe der USA.

Washington D.C. – Zweifel an seiner Eignung für das Amt des mächtigsten Mannes der Welt begleiten Donald Trump seit seiner ersten Wahl zum US‑Präsidenten. Sei es aufgrund seiner impulsiven Art. Seiner mangelnden politischen Erfahrung. Seiner diversen Gesetzesverstöße, die ihm bereits mehrere Anklagen und Verurteilungen einbrachten. Oder seines stolzen Alters von mittlerweile 79 Jahren, das so manche Sorgen um seine Gesundheit mit sich bringt.

Donald Trump schaut in die Kamera und verzieht den MundDiese Ärzte-Meinung wird ihm gar nicht gefallen: Donald Trump ist laut 36 Medizinern „geistig nicht in der Lage, das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten auszuüben“. © picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon

Unter anderem machten Hautflecken an Hand oder Hals sowie Aussetzer bei öffentlichen Auftritten Schlagzeilen und ließen die Frage aufkommen, wie fit Trump wirklich noch ist. Der Republikaner selbst verweist gerne auf seine Gesundheitschecks oder kognitiven Tests. Zuletzt betonte er erst wieder, ihm vorgelegte Tierzeichnungen erfolgreich zugeordnet zu haben.

Trump als US-Präsident ungeeignet? Laut Medizinern hat sich kognitiver Verfall fortgesetzt

Bedenken auch von Experten kann Trump dennoch nicht zerstreuen. Etwa die von gleich 36 Medizinern. Deren Namen listen die beiden demokratischen Senatoren Sheldon Whitehouse und Jack Reed im Congressional Record auf, dem offiziellen Protokoll der Debatten im US‑Kongress. Die Gruppe äußert demnach medizinische Bedenken hinsichtlich Trumps Amtsfähigkeit. Betont wird, dass sie verschiedene Gesellschaftsschichten umfasse und sich unter den Mitgliedern Anhänger beider großer Parteien befinden.

Das Team aus Neurologen, forensischen Psychiatern, Allgemeinpsychiatern sowie weiteren Ärzten und auf psychische Gesundheit spezialisierten Fachkräften hält fest, dass bereits im Vorfeld der Wahl 2024 eine Erklärung zur geistigen Eignung Trumps veröffentlicht wurde. Damals seien „ernsthafte Anzeichen eines kognitiven Verfalls festgestellt“ worden. Ihrer Meinung zufolge würde dieses Ergebnis eine Amtsuntauglichkeit begründen. Seither habe sich Trumps geistiger Zustand weiter verschlechtert, hierzu würden frühere und laufende Beurteilungen herangezogen.

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Die Mediziner sehen sich daher dazu verpflichtet, vor einem US-Präsidenten zu warnen, der eine zunehmende Gefahr für die Öffentlichkeit darstelle. Zugleich wird klargestellt, dass Trump von keinem Mitglied der Gruppe persönlich untersucht worden sei und auch nicht zu den Patienten eines der 36 Mediziner zähle. Allerdings hätten sie sein Verhalten und seine Äußerungen im vergangenen Jahr sehr genau beobachtet.

Mediziner warnen vor Trump: „Größenwahnsinnige und wahnhafte Überzeugungen“ des US-Präsidenten

Es werden auch objektiv beobachtbare Anzeichen für ernsthafte medizinische Besorgnis genannt. So sei eine deutliche Verschlechterung der kognitiven Funktionen erkennbar, anhand unstrukturierter und zusammenhangloser Sätze, Abschweifungen, Verwechslungen von Fakten, unerklärlicher plötzlicher Kurswechsel in strategischen Angelegenheiten und Anzeichen von Müdigkeit während öffentlicher Auftritte.

In diesem Zusammenhang kommen „größenwahnsinnige und wahnhafte Überzeugungen“ zur Sprache. Die Mediziner zählen hier auf: „Behauptungen der Unfehlbarkeit, Selbstdarstellungen als Papst, die auf eine göttliche Mission hindeuten, die Vorstellung, ein mythischer Kriegsheld zu sein, die Darstellung seiner selbst als Kampfpilot – der Fäkalien auf Zivilisten wirft – sowie Behauptungen, seine Entscheidungsgewalt sei unbegrenzt – ohne Rücksicht auf nationale und internationale Gesetze und nur durch seine ‚eigene Moral‘ eingeschränkt.“

Marco Rubio (l.) und Pete Hegseth stehen nebeneinander vor einer WandDürfen sich von den US-Medizinern angesprochen fühlen: Außenminister Marco Rubio (l.) und Pete Hegseth zählen zu den engsten Verbündeten von US-Präsident Donald Trump. © Kent NISHIMURA / AFP

Moniert werden auch rücksichtslose Gewaltandrohungen, die Befürwortung tödlicher Gewalt gegen Zivilisten oder Maßnahmen gegen politische Gegner und andere Personen, die sich seiner Meinung nicht anschließen. Dazu werfen die Experten Trump einen erheblichen Verlust der Selbstbeherrschung und das Verharren auf denselben Gedanken und Handlungen vor, ohne fähig zu sein, sich davon zu lösen.

Mediziner über Trump: „US-Präsident fehlt Fähigkeit zur Wahrnehmung seiner Amtspflichten“

Daneben attestieren sie ihm eine „scheinbar zwanghafte, manische nächtliche Kommunikation“, so habe Trump in einer Nacht 150 Social-Media-Posts abgesetzt. Er sei auf seine vermeintlichen Feinde fixiert, leide unter Verfolgungswahn und verübe unverhältnismäßige Angriffe auf bestimmte Personen und Institutionen.

Erschwerend komme hinzu, dass er als Oberbefehlshaber der Streitkräfte über mehr als 5000 Atomsprengköpfe rund um die Welt herrsche und deren Einsatz befehlen könnte, ohne dass jemand die Befugnis hätte, dies zu widerrufen. Zur Sprache kommt hier auch, dass der Stab des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon bereits Vorkehrungen traf, als dessen Amtsenthebung drohte. So sei der Koffer mit den Nuklear-Codes aus dem Zugriffsbereich des Staatsoberhaupts entfernt worden. Nun müsse die Frage gestellt werden, ob die Trump-Administration um Verteidigungsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio ebenso reagieren würde.

Die Gruppe der Mediziner betont, bei Trumps Verhalten handele es sich weder um vorübergehende Ausrutscher noch um politisches Theater. Vielmehr spiegele es den „sich rasch verschlimmernden, realitätsfernen und zunehmend gefährlichen Verfall“ wider. Sie stellen fest: „Sollten wir gemäß dem 25. Verfassungszusatz dazu aufgefordert werden, die derzeitige Fähigkeit des Präsidenten zur Wahrnehmung seiner Amtspflichten zu beurteilen, müssten wir zu dem Schluss kommen, dass ihm die Fähigkeit dazu fehlt.“

Medizinger fordern wegen Trump: „Schritte zu seiner Amtsenthebung unternehmen“

Trump sei „geistig nicht in der Lage, das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten auszuüben“. Daher müssten „Schritte zu seiner Amtsenthebung mit größter Dringlichkeit unternommen werden“. Dabei sehen die Mediziner die Verantwortung bei den Personen, die führende Positionen einnehmen. Sprich: jene aus der Trump-Administration.

Diese besteht jedoch bekanntlich aus loyalen Gefolgsleuten des Staatsoberhauptes. Dass Trump seinerseits aber auch nicht davor zurückschreckt, treue Weggefährten zu feuern, bewies er mit der Entlassung von Justizministerin Pam Bondi, die sich bereits Jahre vor ihrer Ernennung als seine Lobbyistin und Anwältin im Trump-Lager verdient machte.

Ob der Bericht der 36 Experten die Regierung also wirklich hellhörig werden lässt, darf wohl bezweifelt werden. Schließlich ist der Aufstieg der Kabinettsmitglieder eng mit Trump verbunden. Und jedes einzelne Mitglied weiß wohl sehr genau, wie der Präsident tickt. Und auch, dass sein Machthunger unstillbar zu sein scheint. (Quelle: Congressional Record) (mg)