Koalition hält an Zefas fest
Die Regierungskoalition aus CDU und SPD will mögliche Doppelstrukturen reduzieren, verteidigt das Zefas aber zugleich. Die gezielte Gewinnung internationaler Fachkräfte könne die Bundesagentur für Arbeit nur begrenzt leisten, sagt die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Juliane Pfeil: „Deswegen werden die Strukturen gerade angepasst. Die Arbeitsagenturen haben uns schon mal sehr deutlich zurückgemeldet, dass sie einige Aufgaben selbst auch machen. Die werden wir jetzt zurückfahren.“
Doch gerade die Aufgabe der Fachkräftegewinnung könne gar nicht bei den Arbeitsagenturen liegen: „Weil die sich mit denen beschäftigen, die da sind, aber nicht mit denen, die quasi zukünftig zu uns kommen sollen.“
Arbeitsagentur verweist auf eigene Angebote
Die Bundesagentur für Arbeit verweist dagegen auf ihre bereits bestehenden Angebote zur Vermittlung internationaler Fachkräfte. Sachsen-Sprecher Frank Vollgold nennt dabei die zentrale Auslandsvermittlung: „Bei der Zuwanderung aus dem Ausland ist natürlich die Bundesagentur für Arbeit über die zentrale Auslandsvermittlung sehr aktiv. Die gibt es an allen Standorten in Deutschland, auch in Dresden, wo ausländische Arbeitnehmer sozusagen direkt in Kontakt treten können, um sich zu informieren, unter welchen Bedingungen man eine Arbeit in Deutschland oder auch in Sachsen aufnehmen kann.“
Die Einschätzung darüber, wer bei der Gewinnung ausländischer Fachkräfte welche Rolle übernehmen sollte, fällt also unterschiedlich aus. Für die SPD liegt die Stärke von Zefas vor allem in seinem Fokus auf Sachsen.
Einen Punkt, den auch Arbeitsagentur-Sprecher Vollgold indirekt bestätigt: „Die Bundesagentur für Arbeit hat in allen Regionen in Deutschland die gleichen Angebote und Dienstleistungen, die sie erbringt. Wenn länderspezifisch irgendwas erfolgen sollte, wird es in der Regel meist mit einer Kooperation oder einer Zusammenarbeit gemeinsam umgesetzt. Aber prinzipiell ist die Ausrichtung erst einmal, dass die Angebote in Annaberg die gleichen sind wie in Stuttgart oder auch in Bremen.“ Der Freistaat könne da mit eigenen Programmen zielgerichteter arbeiten, ist Juliane Pfeil überzeugt.