Nach dem Aufstieg in die Bundesliga treibt der VfB Stuttgart die Planungen für sein Frauenteam voran. Was sind die nächsten Schritte?

Die Feier auf dem Rasen wurde am Sonntagabend noch fortgesetzt. Die Frauen des VfB Stuttgart wechselten auf den Cannstatter Wasen – und jubelten dort weiter über den vorzeitig erreichten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. Im Eiltempo hat der Club es also von der Oberliga ins Oberhaus geschafft. Dort soll nicht nur ein Gastspiel gegeben werden: Der VfB will sich schnellstmöglich unter Deutschlands besten Frauenmannschaften etablieren. Um das zu erreichen sind nun einige Fragen zu klären. Ein Überblick.

Was steht in dieser Saison noch an?

Für die Zweitligamannschaft geht es am Sonntag zum letzten Spieltag zum SC Sand. Der VfB steht als Meister und Aufsteiger fest, bekommt in Sand nach dem Spiel die Meisterschale überreicht. Für VfB-Stürmerin Nicole Billa geht es noch um die Torjägerinnen-Kanone. Die Österreicherin hat allerdings drei Treffer Rückstand auf Vital Kats vom 1. FSV Mainz 05.

Meister sind auch die zweite Mannschaft in der Verbandsliga und die U17 in der Juniorinnen-Oberliga geworden – für beide Teams stehen aber weitere entscheidende Spiele an. Der VfB II spielt am kommenden Donnerstag beim SV Eutingen im den Gewinn des WFV-Pokals. Ebenfalls in Eutingen spielt die U17 und diesen Titel bei den Juniorinnen. Gegner ist die SGM Untermünkheim/Satteldorf. Die Juniorinnen können sogar das Triple gewinnen. Das Team spielt am 30. Mai noch das Finale um den DFB-Pokal gegen den FC Carl Zeiss Jena.

Wann beginnt die neue Saison?

Die Bundesliga startet zwei Wochen später als die zweite Liga. Das Eröffnungsspiel steigt am 21. August – und damit eine Woche vor jenem der Männer. Saisonende ist am 23. Mai 2027. Die erste Runde im DFB-Pokal wird vom 26. bis zum 28. September ausgespielt. Vorbereitungsstart für die VfB-Frauen ist am 3. Juli. Klar ist zudem, dass es vom 20. bis zum 26. Juli ein Trainingslager geben wird.

Wo spielen die VfB-Frauen künftig?

Das Vereinsgelände des PSV Stuttgart wird nicht länger Heimstätte der VfB-Frauen bleiben. Das geht schon wegen der Statuten des DFB nicht. Hauptspielstätte wird das Gazistadion auf der Waldau sein, das sich die Bundesligafrauen dann mit den Regionalliga-Männern der Stuttgarter Kickers teilen werden. Die entsprechenden Vereinbarungen sollen bald unterschrieben werden. Beim VfB hofft man auf einen Zuschauerschnitt von 2000 bis 3000 für die Spiele unterm Fernsehturm. Darüber hinaus wird es auch Highlight-Spiele in der MHP-Arena geben. Beim ersten Ende März kamen 31.736 Zuschauer gegen den 1. FSV Mainz 05.

Auf wen treffen die VfB-Frauen?

Die Bundesliga wird auch in der kommenden Saison mit 14 Mannschaften gespielt. Nicht mehr dabei ist der FC Carl Zeiss Jena, wahrscheinlich ist auch der Abstieg der SGS Essen. In der Bundesliga spielen dann neben dem VfB der FC Bayern, der VfL Wolfsburg, Eintracht Frankfurt, die TSG Hoffenheim, Bayer Leverkusen, Werder Bremen, der 1. FC Köln, Bayer Leverkusen, der 1. FC Union Berlin, RB Leipzig, der 1. FC Nürnberg und der Hamburger SV. Um den zweiten Aufstiegsplatz kämpfen noch der 1. FSV Mainz 05 und der SC Sand.

Was tut sich im Kader?

18 Spielerinnen des aktuellen Kaders stehen fix auch in der neuen Saison im Aufgebot. Elf Spielerinnen wurden am Sonntag bereits verabschiedet. Julia Glaser gehörte nicht dazu. Daher ist davon auszugehen, dass der Vertrag der Angreiferin verlängert wird. Die Verhandlungen mit neuen Spielerinnen sind schon weit fortgeschritten, so dass vermutlich in den kommenden Tagen Vollzug im einen oder anderen Fall gemeldet werden kann. Bei den Neuen setzt der VfB vor allem auf Spielerinnen mit Erstligaerfahrung.

Wie sieht das Trainerteam aus?

Nico Schneck kam Ende März vom SC Freiburg zum VfB. Er hat Heiko Gerber beerbt, das Ziel vollends erreicht und auch einen Vertrag für die neue Runde. Allerdings benötigt er neue Assistenten. Theresa Panfil, Ersin Canpolat und Athletikcoach Desmond Thomson gehören künftig nicht mehr zum Trainerteam der Bundesligafrauen und müssen ersetzt werden.