Arzt mit Stethoskop um den Hals und schwarzem Ordner.

Stand: 12.05.2026 07:09 Uhr

In Hannover beginnt heute der Deutsche Ärztetag. Erwartet wird heftige Kritik an den Sparplänen im Gesundheitswesen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) und Hendrik Streeck, der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, kommen nach Hannover.

von Christina Harland

Die Gesetzespläne der Ministerin sollen Beitragserhöhungen bei den gesetzlichen Krankenkassen verhindern. Ein Sparpaket, das Milliarden Euro an Entlastungen bringen soll und zu dem prinzipiell alle Akteure im Gesundheitswesen ihren Beitrag leisten sollen. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) allerdings sieht eine „Schieflage zulasten der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten“. Auf diese Berufsgruppen kämen neue Belastungen zu.

Honorareinbußen und lange Wartezeiten für Patienten

Tatsächlich befürchten Fachärzte erhebliche Honorarverluste. Für Patienten, die von Hausärzten oder über die Notfallnummer 116117 dringlich vermittelt wurden, wurden sie bisher über ihr festes Budget hinaus vergütet. Das soll jetzt gestrichen werden. Nach einer Folgenabschätzung der KVN wird das durchschnittliche Honorarverluste für alle Arztgruppen von acht Prozent bedeuten.

Einige Facharztgruppen seien dabei besonders betroffen:

  • Hals-Nasen-Ohren-Ärzte: 19 Prozent
  • Radiologen: 16,4 Prozent
  • Kardiologen: 15,8 Prozent
  • Neurochirurgen: 15,5 Prozent
  • Orthopäden: 13,8 Prozent

Ärzte fordern Rücknahme der Cannabis-Legalisierung

„Sucht und Drogen“ sind ein Schwerpunktthema am Mittwoch. Dabei soll es auch um die Erfahrungen von Ärzten nach der Legalisierung von Cannabis-Konsum gehen. Die Abgeordneten der Ärztekammer Niedersachsen wollen sich nach eigenen Worten für eine Rücknahme der Freigabe einsetzen.

Vertreter der Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordern einen umfassenden Bürokratieabbau – insbesondere bei Prüfverfahren der Krankenkassen und Medizinische Dienste. Darin sehen sie enormes Einsparpotenzial.

Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung Hendrik Streeck (CDU) im Bundestag

Der Bundes-Drogenbeauftragte hat sich für den Erhalt der Dietrich Bonhoeffer Klinik in Ahlhorn ausgesprochen. Weitere Experten schließen sich an.

Ein Arzt steht in Kittel, mit OP-Haube und Maske in einem Krankenhaus.

Niedersachsen arbeitet mit anderen Bundesländern am Petersberger Papier. Es soll etwa regeln, wie Verletzte verteilt werden.

Eine Krankenpflegerin und ein Krankenpfleger schieben ein Krankenbett durch den Gang einer Station eines Krankenhauses.

Der niedersächsische SPD-Politiker möchte mehr Spielraum ermöglichen. Das stößt auf Widerstand bei seinen Parteigenossen.