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Berlin – Eigentlich wollte Kellner Luca R. (28) aus Italien nur entspannt durch Europa reisen. Doch der Trip im November 2025 endete für ihn in einer Berliner Haftzelle – und schließlich vor dem Amtsgericht. Der Vorwurf: räuberische Erpressung.

Los ging die Reise in Amsterdam. Dort deckte sich der 28-Jährige mit Marihuana und Alkohol ein. Luca R.: „Zum Besserfühlen. Zur Entspannung.“ Doch in Berlin war die Entspannung schnell vorbei – sein Portemonnaie war leer.

Er hielt Tresenkraft für seine Tante

Morgens saß er als einziger Gast in einem Lokal. Plötzlich glaubte er, in der Tresenkraft seine Tante zu erkennen. Er ging auf sie zu, bat um Geld. Doch die Zeugin (50) schilderte die Szene ganz anders: „Er stürzte auf mich zu.“ Habe „Gib Geld“ gebrüllt und ihr die Handyhülle mit dem Ausweis aus der Hand gerissen.

Der Angeklagte vor Gericht: „Als ich den Ausweis ansah, erschrak ich. Es war gar nicht meine Tante.“ Geld wegzunehmen, sei nie sein Ansinnen gewesen: „Ich bin keiner, der stiehlt.“ Trotzdem wankte er mit der Brieftasche los. Wenige Meter entfernt fassten ihn Polizisten. Die mussten ihn ins Revier tragen. „Er konnte nicht mehr laufen und war nicht ansprechbar“, heißt es in einer Notiz. Nach kurzem Klinikaufenthalt landete er in der Gefangenensammelstelle.

Koffer landete im Fundbüro

Dass er wirklich Luca R. war, stellte sich erst Tage später heraus. Seinen Koffer mit allen Papieren hatte er beim Verlassen des Lokals auf der Straße stehen lassen – der war im Fundbüro gelandet.

Der Angeklagte zeigte sich einsichtig: „Mein Aufenthalt hinter Gittern hat mich zum Nachdenken angeregt. Ich weiß nicht, was in mich gefahren war.“ Der Staatsanwalt nickend: „Eine Tat ohne Verstand.“ Die Richterin sah es ähnlich: „Für eine räuberische Erpressung fehlt der Vorsatz.“ Sie verurteilte ihn wegen fahrlässigen Vollrausches zu sechs Monaten auf Bewährung und hob den Haftbefehl auf. Luca R. ist wieder frei. „Eigentlich wollte ich ja noch weiter nach Paris …“ Vielleicht im nächsten Urlaub.