08:03 UhrBayers Agrargeschäft treibt Ergebnis
Ein starkes Agrargeschäft hat Bayer zum Jahresstart überraschend viel Rückenwind verliehen. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) stieg im ersten Quartal um neun Prozent auf 4,45 Milliarden Euro, wie der Pharma- und Agrarkonzern mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 3,93 Milliarden Euro gerechnet. Der Umsatz sank um mehr als zwei Prozent auf 13,41 Milliarden Euro, währungsbereinigt wuchs Bayer aber um gut vier Prozent.
Die Agrarsparte profitierte von der Beilegung eines Lizenzstreits mit dem US-Konkurrenten Corteva und einer Erholung bei bestimmten Unkrautvernichtern in den USA. Im Pharmageschäft bekam Bayer dagegen die Patentabläufe von bisherigen Blockbuster-Medikamenten wie dem Gerinnungshemmer Xarelto und dem Augenmittel Eylea zu spüren. Den währungsbereinigten Ausblick für das laufende Jahr bekräftigte der Konzern. W
07:44 UhrYen drämgt in den Fokus
Am Devisenmarkt steigt der Dollar auf 157,60 Yen. Es wird vermutet, dass Japan zuletzt mit Interventionen im Wert von fast zehn Billionen Yen (63,5 Milliarden Dollar) die eigene Währung gestützt hat.
Vor diesem Hintergrund traf sich US-Finanzminister Scott Bessent mit seiner japanischen Amtskollegin Satsuki Katayama in Tokio. Japanische Politiker hoffen, dass eine Unterstützung Bessents ihren Interventionen mehr Gewicht verleihen und den Verfall des Yen verlangsamen könnte. Katayama äußerte sich heute gegenüber Reportern jedoch nicht explizit zu einer Unterstützung der USA für die japanischen Währungsinterventionen. „Wir sind uns einig, dass wir uns bei den jüngsten Marktbewegungen, einschließlich der Wechselkurse, sehr gut abstimmen“, sagte die japanische Finanzministerin.
07:26 UhrSiemens Energy zieht Aktienrückkauf vor
Angesichts der glänzend laufenden Geschäfte kauft der Energietechnik-Konzern Siemens Energy bis zum Herbst mehr eigene Aktien zurück als bisher geplant. Wegen des unerwartet hohen operativen Mittelzuflusses werde der Konzern im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 (bis Ende September) bis zu eine Milliarde Euro mehr für Aktienrückkäufe ausgeben, teilte Siemens Energy mit. Den für 2025/26 in Aussicht gestellten Aktienrückkauf über zwei Milliarden Euro hat das Unternehmen bis auf 200 Millionen bereits ausgeschöpft. Am Gesamtvolumen des bis 2028 geplanten Rückkaufprogramms von sechs Milliarden Euro ändere sich nichts.
Der Mittelzufluss (Cash-flow) vor Steuern war im zweiten Quartal (Januar bis März) um 42 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro nach oben geschnellt. Dazu hätten auch Anzahlungen für Aufträge beigetragen, erklärte Siemens Energy. Der Boom bei Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und der Ausbau der Hochspannungsnetze hatten dem Konzern einen Rekord-Auftragseingang von 17,7 Milliarden Euro beschert, wie das Unternehmen bereits Ende April mitgeteilt hatte. Bis Ende September soll der Cash-flow demnach auf acht Milliarden Euro steigen, vorher hatte Siemens Energy vier bis fünf Milliarden angepeilt.
07:11 UhrBGH entscheidet zu Sammelklage bei LKW-Kartell
Im millionenschweren Schadenersatzprozess gegen ein LKW-Kartell will der Bundesgerichtshof (BGH) heute eine Entscheidung verkünden. Im Fokus stand die Frage, ob die Ersatzansprüche wegen kartellbedingter Schäden gebündelt durch ein Inkassounternehmen geltend gemacht werden können. Der Rechtsdienstleister Financialright Claims tritt in dem Verfahren als alleiniger Kläger auf.
Die EU-Kommission hatte gegen die LKW-Konzerne DAF, Daimler, Iveco, Scania und Volvo/Renault Bußgelder von fast vier Milliarden Euro verhängt, weil sie von 1997 bis 2011 Verkaufspreise ausgetauscht hatten. MAN war als Kronzeuge straffrei ausgegangen. Die Käufer von etwa 70.000 angeblich überteuert verkauften Lastwagen fordern von den Herstellern rund 500 Millionen Euro Schadenersatz. Ihre Ansprüche haben sie dazu an Financialright Claims abgetreten. Das Unternehmen erhält im Erfolgsfall 33 Prozent Provision.
06:56 UhrRally bei Chip-Aktien läuft aus
Schwindende Hoffnungen auf eine Deeskalation im Iran-Konflikt treiben die Ölpreise in Asien hoch und stützen den Dollar. Gleichzeitig kühlt sich der jüngste Höhenflug bei Chip-Aktien ab. Die Anleger blicken nun auf die kommenden US-Inflationsdaten. In Tokio legt der Nikkei-Index 0,6 Prozent auf 62.805,44 Punkte zu und der breiter gefasste Topix notiert 0,6 Prozent höher bei 3865,67 Zählern. Der Shanghai Composite bleibt fast unverändert bei 4227,76 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt 0,3 Prozent auf 4968,44 Punkte.
„Anleger verkauften Chip-Aktien, nachdem sie einen starken Einbruch am südkoreanischen Markt gesehen hatten, der von Kursverlusten bei Chip-Werten angeführt wurde“, sagt Kazuaki Shimada, Chefstratege bei IwaiCosmo Securities. Die Aktien von Advantest und Tokyo Electron fallen um jeweils 0,3 Prozent. Die Papiere des Uniqlo-Eigentümers Fast Retailing geben um 3,2 Prozent nach.
06:35 UhrRussland streicht Prognosen zusammen
Russland hat seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum in der kommenden Zeit deutlich gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2026 voraussichtlich nur noch um 0,4 Prozent wachsen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak der Zeitung „Wedomosti“. Zuvor war die Regierung in Moskau von einem Plus von 1,3 Prozent ausgegangen. Auch für 2027 nahm Nowak die Erwartungen zurück: Die Wirtschaft werde dann voraussichtlich noch um 1,4 Prozent zulegen, nach zuvor prognostizierten 2,8 Prozent. Für 2029 rechne die Regierung mit einem Wachstum von 2,4 Prozent. Die der Haushaltsplanung zugrunde liegende Prognose für den Ölpreis bleibe für 2026 unverändert bei 59 Dollar pro Barrel. Für die Jahre 2027 bis 2029 sei sie auf 50 Dollar gesenkt worden.
06:17 UhrTexas verklagt Netflix
Der US-Bundesstaat Texas wirft dem Streamingdienst Netflix vor, seine Kunden auszuspähen und von sich abhängig zu machen. Die Plattform spioniere Kinder und andere Nutzer aus, indem sie deren Daten ohne Einwilligung sammle und so gestaltet sei, dass die Nutzer süchtig nach ihr würden, so der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton in seiner Klage. Netflix habe den Verbrauchern jahrelang vorgegaukelt, keine Nutzerdaten zu sammeln oder weiterzugeben, habe in Wirklichkeit jedoch Sehgewohnheiten und Präferenzen nachverfolgt, die Daten weiterverkauft und damit jährlich Milliarden von Dollar verdient. „Wenn Sie Netflix schauen, schaut Netflix Sie“, heißt es in der Klage, die beim Bezirksgericht in Collin County eingereicht wurde.
06:00 UhrEs ist Druck auf dem Kessel
Der Dax-Wochenstart lässt noch eine Menge Luft nach oben. Die vergangene Handelswoche hatte der deutsche Börsenleitindex bereits kaum verändert mit 24.339 Punkten beendet. Gestern schloss er mit einem Stand von 24.350 Zählern. Die Anleger hielten sich zurück, kommentierte ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil das gestrige Handelsgeschehen. Sie verwies auf die nach wie vor schwierige Lage rund um den Iran und die Straße von Hormus sowie wieder einmal gestiegene Ölpreise.
Heute gibt es einige Termine, die am Markt für Impulse sorgen könnten. So dürfte die deutsche Inflation im April weiter zugelegt haben. Klarheit bringen die endgültigen Daten des Statistischen Bundesamtes. Vorläufigen Zahlen zufolge stieg die Teuerungsrate auf 2,9 Prozent, nach 2,7 Prozent im März.
Es folgen Daten zur deutschen Konjunktur: Das vom Mannheimer ZEW ermittelte Barometer der Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate wird nach Einschätzung der Ökonomen weiter sinken – und zwar auf minus 19,8 Punkte, nach minus 17,2 Zählern im April.
Und auch in den USA stehen heute Inflationsdaten auf der Agenda. Experten erwarten für April einen Anstieg der Teuerungsrate auf 3,7 Prozent. Im März hatte sie bei 3,3 Prozent gelegen. Die US-Notenbank, die Vollbeschäftigung fördern und Preisstabilität sichern soll, hat den Leitzins zuletzt konstant gehalten.
Unternehmensseitig legt Bayer die Bilanz für das erste Quartal vor. Analysten erwarten im Schnitt einen Rückgang des bereinigten operativen Gewinns (Ebitda) auf 3,93 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr prognostiziert das Leverkusener Unternehmen bislang einen Umsatz von 44 bis 46 Milliarden Euro sowie ein sinkendes Ebitda von 9,1 bis 9,6 Milliarden Euro.
Zudem hat die Lufthansa die Aktionäre in diesem Jahr anlässlich des 100. Jubiläums der Firmengründung zur Präsenz-Hauptversammlung in Frankfurt eingeladen. Die Feierlaune unter den Investoren weicht nach der Serie von Streiks bei der Hauptmarke Lufthansa und wegen der Folgen des Iran-Krieges auf den Luftverkehr Sorgen über eine neue Krise. Mit dem geplanten Wechsel im Aufsichtsratsvorsitz von Karl-Ludwig Kley zum früheren E.ON-Chef Johannes Teyssen hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr künftig einen neuen Aufseher beim Navigieren durch ein turbulentes Umfeld.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.