12. Mai 2026
Mit verpflichtenden strukturierten Rechnungsformaten, Plattformanbindungen und nahezu Echtzeit-Reporting steigen die regulatorischen Anforderungen – und der Handlungsdruck für international tätige Unternehmen.
Frankreich treibt die Digitalisierung seiner Steuer- und Rechnungsprozesse konsequent voran: Ab dem 1. September 2026 wird die elektronische Rechnungsstellung im B2B-Bereich große und mittelständische Unternehmen verpflichtend. Für deutsche Unternehmen mit französischer Steuernummer und Geschäftsbeziehungen nach Frankreich entsteht dadurch akuter Handlungsbedarf. TrueCommerce unterstützt Unternehmen bereits heute dabei, sich auf die neuen regulatorischen Anforderungen vorzubereiten und ihre Rechnungsprozesse entsprechend anzupassen.
Die neue Regelung betrifft sämtliche in Frankreich umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen und wird schrittweise eingeführt. Ab September 2026 müssen alle Unternehmen in der Lage sein, elektronische Rechnungen zu empfangen, während große und mittelständische Unternehmen bereits zur Ausstellung verpflichtet sind. Ab September 2027 gilt die allumfassende Pflicht dann für alle Unternehmen – unabhängig von Größe oder Umsatz. TrueCommerce bietet hierfür skalierbare E-Invoicing- und EDI-Lösungen, die Unternehmen bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben sowie bei der Integration in bestehende ERP- und Finanzsysteme unterstützen
Strukturierte Daten statt PDF – ein fundamentaler Wandel
Mit dem Mandat ersetzt Frankreich klassische Rechnungsformate wie PDF oder Papier. Stattdessen müssen Rechnungen künftig in strukturierten, maschinenlesbaren Formaten wie Factur-X, UBL oder CII erstellt und über staatlich zugelassene Plattformen übermittelt werden. TrueCommerce bietet E-Rechnungen in diesen und allen anderen relevanten Formaten an.
Zudem wird ein E-Reporting eingeführt: Transaktionsdaten – etwa für grenzüberschreitende oder B2C-Geschäfte – müssen nahezu in Echtzeit an die französischen Steuerbehörden gemeldet werden.
Auswirkungen auf deutsche Unternehmen
Auch Unternehmen mit Sitz in Deutschland sind betroffen, sofern sie Geschäftsbeziehungen zu französischen Partnern unterhalten und über eine französische Steuernummer verfügen. Die wichtigsten Herausforderungen:
- Anpassung von ERP- und Finanzsystemen an strukturierte Rechnungsformate
- Integration in zertifizierte Plattformen (PDP) oder staatliche Portale
- Umstellung auf datengetriebene, automatisierte Prozesse
- Vermeidung von Compliance-Risiken und potenziellen Sanktionen
„Das französische E-Invoicing-Mandat ist ein weiterer Beleg dafür, dass sich die Rechnungsstellung in Europa grundlegend verändert – weg von dokumentenbasierten Prozessen hin zu datengetriebenen, nahezu in Echtzeit überwachten Transaktionen. Für deutsche Unternehmen bedeutet das: E-Invoicing darf nicht länger als isolierte Compliance-Aufgabe betrachtet werden, sondern muss Teil einer übergreifenden Digitalisierungsstrategie sein. Wer jetzt in skalierbare und international anschlussfähige Lösungen investiert, schafft nicht nur regulatorische Sicherheit, sondern auch die Grundlage für effizientere und resilientere Geschäftsprozesse“, sagt Anders Knudsen, Vice President Marketing & Product für EMEA bei TrueCommerce.
Besonders betroffen: Deutsche Unternehmen mit Niederlassung oder Umsatzsteuerpflicht in Frankreich
Für deutsche Unternehmen mit eigener Niederlassung in Frankreich oder einer französischen Umsatzsteuerregistrierung gelten die neuen Vorgaben unmittelbar. Sie werden regulatorisch wie inländische Unternehmen behandelt und müssen die E-Invoicing- und E-Reporting-Pflichten vollständig erfüllen.
Das bedeutet konkret:
- Französische Gesellschaften und Betriebsstätten müssen elektronische Rechnungen empfangen und – abhängig vom Zeitplan – auch selbst ausstellen
- Rechnungen sind in strukturierten Formaten zu übermitteln und über zertifizierte Plattformen abzuwickeln
- Transaktionsdaten müssen zusätzlich im Rahmen des E-Reportings an die Steuerbehörden gemeldet werden
Auch ohne physische Niederlassung können deutsche Unternehmen betroffen sein – etwa dann, wenn sie in Frankreich umsatzsteuerlich registriert sind oder steuerpflichtige Umsätze vor Ort ausführen. Unternehmen ohne Niederlassung unterliegen in der Regel nicht der E-Invoicing-Pflicht, müssen jedoch bestimmte Transaktionsdaten im Rahmen des E-Reportings melden.
Für viele Unternehmen entsteht damit eine doppelte Herausforderung: Sie müssen sowohl grenzüberschreitende Prozesse anpassen als auch lokale regulatorische Anforderungen vollständig erfüllen.
Jetzt handeln statt später reagieren
Die Reform verfolgt das Ziel, Steuerbetrug zu reduzieren, Transparenz zu erhöhen und Geschäftsprozesse zu automatisieren. Gleichzeitig steigt jedoch die regulatorische Komplexität deutlich.
Unternehmen, die frühzeitig handeln, können nicht nur Risiken minimieren, sondern ihre Finanzprozesse nachhaltig optimieren und Wettbewerbsvorteile sichern.
TrueCommerce unterstützt bei der Umsetzung
Mit seiner globalen E-Invoicing- und EDI-Plattform unterstützt TrueCommerce Unternehmen dabei, regulatorische Anforderungen effizient umzusetzen und gleichzeitig ihre Geschäftsprozesse zu optimieren. Die Lösung bietet:
- Anbindung an zertifizierte Plattformen in Frankreich und weiteren Märkten
- Nahtlose Integration in bestehende ERP-Systeme
- Automatisierte Erstellung, Validierung und Übermittlung von Rechnungen
- Skalierbare Compliance für internationale Anforderungen
So können Unternehmen nicht nur die französischen Vorgaben erfüllen, sondern ihre gesamte Rechnungsabwicklung digitalisieren und zukunftssicher aufstellen.
Das französische E-Invoicing-Mandat markiert einen Wendepunkt in der europäischen Rechnungsstellung. Für deutsche Unternehmen mit Frankreich-Geschäft gilt: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Prozesse zu prüfen, Systeme anzupassen und sich strategisch auf die kommenden Anforderungen vorzubereiten.
Insbesondere international tätige Unternehmen sollten ihre Prozesse frühzeitig analysieren und harmonisieren. Denn Frankreich ist nur ein Teil einer europaweiten Entwicklung hin zu verpflichtendem E-Invoicing und kontinuierlicher Transaktionskontrolle (CTC).
Über TrueCommerce
TrueCommerce verbindet Unternehmen in Deutschland und weltweit mit Kunden, Lieferanten, Plattformen und Netzwerken und ermöglicht so den einfachen Austausch von Bestellungen, Rechnungen und anderen Dokumenten Ihrer Lieferkette über eine zentrale, automatisierte Plattform. Wir sind spezialisiert auf nahtlose ERP-Integrationen, damit Systeme reibungslos zusammenarbeiten. Mit über 35 Jahren Erfahrung kombinieren wir lokales Know-how mit globaler Reichweite, um Unternehmen bei der Einhaltung nationaler Vorschriften zur elektronischen Rechnungsstellung und anderer Compliance-Anforderungen zu unterstützen und gleichzeitig die Bedürfnisse der Handelspartner (wie unter anderem Aldi, REWE, Bauhaus und weiter 180.000 anderer) zu erfüllen.
Quelle: Pressemitteilung
Redaktion AllAboutSecurity
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