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Der Ukraine-Krieg aktuell im Ticker: Waffenruhe beendet. Moskau startet massiven Drohnenangriff. Selenskyj bietet Russland Langstreckenwaffenruhe an.
Nur wenige Stunden nach dem Ende einer befristeten Waffenruhe hat Russland die Ukraine nach Angaben aus Kiew erneut massiv angegriffen. Die ukrainische Luftwaffe meldete in der Nacht Angriffe mit zahlreichen Drohnen auf die Hauptstadt Kiew und weitere Städte wie Saporischschja, Dnipro, Charkiw und Cherson. Auch die Gebiete Sumy im Norden und Mykolajiw im Süden waren demnach betroffen. Die seit Samstag geltende Waffenruhe war in der Nacht ausgelaufen.
Ukrainische Soldaten des Bataillons „Schwarzer Rabe“ sind im Ukraine-Krieg im Einsatz. © Iryna Rybakova/AFPTransparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko schrieb auf Telegram, in der Hauptstadt seien Drohnentrümmer auf das Dach eines 20-stöckigen Wohnhauses gefallen. Über Verletzte und das Ausmaß der Schäden gab es zunächst keine Informationen. Die Zeitung Kyiv Independent berichtete über Explosionen.
Ukraine-Krieg aktuell: Ende der Waffenruhe
Russischen Stellen zufolge griff die Ukraine nach Mitternacht ebenfalls wieder mit Langstreckendrohnen an. Aus Sicherheitsgründen wurde der Flugverkehr an mehreren Flughäfen in Zentralrussland eingeschränkt, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilte. Nach Angaben des Militärs wurden bis zum Morgen 27 ukrainische Drohnen abgefangen. Angaben zu Schäden gab es zunächst nicht.
US-Präsident Donald Trump hatte Kremlchef Wladimir Putin und den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj vergangene Woche um eine dreitägige Waffenruhe gebeten. Beide Seiten verzichteten in dieser Zeit weitgehend auf Luftangriffe. Am Boden berichteten sie aber von vielen Verstößen des Gegners, auf die jeweils reagiert worden sei.
Militärparade am Tag des Sieges: Putins Verluste werden in Moskau deutlich
Fotostrecke ansehenNeue Angriffe im Ukraine-Krieg
Anlass der Einigung auf eine kurzzeitige Waffenruhe waren die Feierlichkeiten in Russland zum Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Kremlchef Wladimir Putin wollte eine störungsfreie Militärparade in Moskau gewährleisten, die ukrainische Seite vor diesem Hintergrund eine längere Waffenruhe durchsetzen.
Ähnlich war es bereits bei der Waffenruhe über das orthodoxe Osterfest vor einem Monat. Selenskyj hatte sich bereits vor Ablauf der Waffenruhe auf neue Angriffe eingestellt: „Wir sehen auch, dass Russland nicht beabsichtigt, diesen Krieg zu beenden“, sagte er in einer abendlichen Videobotschaft. „Wir bereiten uns auf neue Angriffe vor, leider.“ Zugleich bot er eine Langstreckenwaffenruhe an. Sollte Russland keine Großangriffe starten, würde die Ukraine im Gegenzug auf Langstreckenangriffe verzichten, sagte er in seiner Ansprache.
Ukraine-Krieg aktuell: Ehemals rechte Hand von Selenskyj unter Geldwäsche-Verdacht
Derweil verdächtigen Antikorruptionsbehörden in der Ukraine den ehemaligen Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, der Geldwäsche. Das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) berichteten, eine organisierte Gruppe enttarnt zu haben. Diese soll an der Geldwäsche von umgerechnet fast neun Millionen Euro im Zusammenhang mit einem Luxusbauprojekt in der Nähe von Kiew beteiligt sein. Jermak soll dieser Gruppe angehören.
Nach Durchsuchungen in seiner Wohnung war Jermak im Zuge eines Korruptionsskandals Ende November vergangenen Jahres zurückgetreten. Er war ein langjähriger Vertrauter von Selenskyj. Er leitete das Präsidentenbüro seit 2020 und galt als zweitwichtigster Mann in der Ukraine. (red)