Erdgasumstellung: Veränderung der Gasversorgung
Alle Gasheizungen müssen umgestellt werden – die EVNG warnt in diesem Zusammenhang auch vor Betrügern. Bild: KI

Vorbereitungen bei der EVNG laufen – Warnung vor Trickbetrügern

Gladbeck – 12.05.2026 – Erdgasumstellung – Die Erdgasversorgung in Bottrop und Gladbeck steht vor einer tiefgreifenden Veränderung. Grund dafür ist die deutschlandweite Umstellung von L- auf H-Erdgas (kurz L-Gas und H-Gas). Alle Haushalte und Betriebe mit einem Erdgasanschluss – rund 30.000 in den beiden Städten – werden in diesem Zusammenhang mindestens zwei Mal Besuch von Monteuren erhalten.

Diese Monteure sind im Auftrag des Gasverteilnetzbetreibers, der ELE Verteilnetz GmbH (EVNG), unterwegs. Außerdem werden diese im Rahmen der Erdgasumstellung notwendigen Termine jeweils schriftlich mitgeteilt.

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Der Hintergrund der Erdgasumstellung

Erdgaskunden in Deutschland wurden bisher mit zwei unterschiedlichen Gasqualitäten beliefert: L- und H-Gas. L steht dabei für „low calorific“ und kennzeichnet einen niedrigeren Energiegehalt, H steht für „high calorific“, also energiereicheres Erdgas. Während in Gelsenkirchen seit jeher H-Gas durch die Erdgasleitungen strömt, werden die Städte Bottrop und Gladbeck bisher überwiegend mit L-Gas aus den Niederlanden versorgt. Da die Niederlande die Förderung jedoch in den kommenden Jahren einstellen werden, wird die Versorgung nun auf H-Gas umgestellt. Schließlich soll der Umstellungsprozess in Bottrop und Gladbeck bis Ende 2028 abgeschlossen sein.

Diese zwingend erforderliche Umstellung der Gasqualität steht in keinem Zusammenhang mit der aktuell von den Kommunen initiierten bzw. laufenden Kommunalen Wärmeplanung für die beiden Städte. Diese Planung soll Fragen einer zukünftigen Wärmeversorgung beantworten.

Unterschiedliche Brennwerte erfordern technische Anpassung

Da sich die beiden Gasarten L- und H-Gas in ihrer chemischen Zusammensetzung und ihrem Brennwert unterscheiden, müssen alle bisher mit L-Gas betriebenen Gasgeräte in Haushalten, in Betrieben und in der Industrie an die neue Gasart angepasst werden. Hierfür werden in einem ersten Schritt die Daten aller Gasgeräte erhoben. Anschließend erfolgt die technische Anpassung. Zwischen den beiden Schritten liegt ein Zeitraum von voraussichtlich einem Jahr.

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„Die Umstellung auf H-Gas ist ein komplexes Infrastrukturprojekt, das wir mit großer Sorgfalt und Weitsicht angehen“, betont Dennis Ritter, der bei der EVNG Projektleiter für die Organisation der Erdgasumstellung ist: „Sie stellt uns organisatorisch und technisch vor Herausforderungen, gleichzeitig zeigt sie aber auch, wie leistungsfähig und gut aufgestellt unser Team ist. Wir bereiten das Projekt der Erdgasumstellung seit Jahren intensiv vor – immer mit dem Ziel, langfristig und zuverlässig eine sichere Gasversorgung für unsere Kundinnen und Kunden zu gewährleisten.“

Zuständigkeit und Kosten der Erdgasumstellung

Nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) ist der Netzbetreiber für die Umsetzung der Erdgasumstellung verantwortlich. In unserer Region übernimmt diese Aufgabe die EVNG als Gasverteilnetzbetreiber. Dies geschieht unabhängig davon, bei welchem Anbieter Kundinnen und Kunden ihr Erdgas beziehen.

Für die Erhebung und die technische Anpassung der Gasgeräte entstehen den Kundinnen und Kunden keine direkten Kosten. Lediglich bei sehr alten Geräten, die nicht auf die höhere Gasqualität umgestellt werden können, müssen die Kundinnen und Kunden den Aufwand für eine eventuell notwendige Erneuerung selbst tragen. Das sind aber erfahrungsgemäß eher Einzelfälle.

Zeitplan der Umstellung

Aufgrund seiner Größe wurde das betroffene Netzgebiet der EVNG – also Bottrop und Gladbeck – für die Erdgasumstellung in zwei Teilnetzgebiete unterteilt. Aus technischen Gründen entsprechen diese Teilgebiete nicht eins zu eins den jeweiligen Stadtgebieten. Die Arbeiten beginnen im 1. Quartal 2027 mit der Erhebung der Gasgeräte und -anlagen. Dabei erfassen qualifizierte Monteure alle Gasgeräte vor Ort und ordnen sie nach Typ und Hersteller. Ab dem 1. Quartal 2028 folgt die technische Anpassung, beispielsweise durch den Austausch von Gasdüsen.

„Gerade die Vielzahl unterschiedlicher Geräte und Anlagen erfordert eine präzise Planung und hohe technische Expertise“, erklärt Guido Stappert, der den technischen Part des Projektes verantwortet. „Unsere speziell geschulten Fachkräfte bringen dieses Know-how mit und arbeiten nach klar definierten Prozessen. So stellen wir sicher, dass die Umstellung für unsere Kundinnen und Kunden möglichst reibungslos verläuft.“

Für die Haushalte und Betriebe besteht kein Handlungsbedarf. Alle Betroffenen werden von der EVNG rechtzeitig schriftlich über die einzelnen Schritte und Termine informiert.

Die Umstelltermine, an denen in den beiden Teilgebieten erstmals H-Gas durch die Leitungen strömen soll, sind für den 11. Juli und den 22. August 2028 vorgesehen. Weitere Details zu den geplanten Maßnahmen und Terminen finden Sie online unter: www.erdgasumstellung-evng.de

Wichtiger Hinweis:
In einigen Regionen Deutschlands ist es vorgekommen, dass Trickbetrüger unter dem Deckmantel der Erdgasumstellung versucht haben, sich Zugang zu den Haushalten zu verschaffen.

Die Termine im Rahmen der Erdgasumstellung werden jeweils schriftlich per Brief rechtzeitig vorher mitgeteilt. Es werden keine spontanen Besuche telefonisch oder auf anderen Wegen angekündigt oder ohne Ankündigung durchgeführt und die Monteure können sich stets ausweisen, wenn sie zum vereinbarten Termin erscheinen.

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