Migrationsmuseum
Kölner Kulturrat fordert mehr Transparenz bei SELMA-Plänen
12.05.2026 – 11:08 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Hallen Kalk: Hier soll das neue Migrationsmuseum SELMA in den kommenden Jahren entstehen. (Quelle: Wolfgang Heep/DOMiD-Archiv)
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Das Kölner Migrationsmuseum SELMA soll nun doch in die Hallen Kalk ziehen. Allerdings sind noch viele Fragen offen, es geht um Millionen von Euro.
Die Zukunft des geplanten Migrationsmuseums SELMA in Köln-Kalk ist weiterhin offen. Zwar soll das Museum zur Migrationsgeschichte der deutschen Gesellschaft nun doch in die Hallen Kalk ziehen, allerdings bleiben einige Fragen insbesondere in Bezug auf die Kosten ungeklärt. Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) kündigte unterdessen im Ausschuss für Kunst und Kultur an, die Problemlösung zur Chefsache zu machen.
Das Kernproblem: Bund und Land haben für das Museum zwar Fördermittel in Höhe von 44 Millionen Euro zugesagt, der Trägerverein Domid rechnet allerdings mit Kosten von 77 Millionen Euro. Für die Differenz will allerdings niemand aufkommen. Domid begründet die Kostensteigerung durch die Verschlechterung des Zustands der Hallen Kalk, sowie gestiegene Baukosten.
SELMA: Kölner Kulturrat kritisiert Intransparenz bei Vorgängen
Um das Projekt retten zu können, sollte das SELMA zwischenzeitlich in das Kulturzentrum an Neumarkt ziehen. Da dies aber neue Planungen notwendig gemacht hätte, rückten die Verantwortlichen wieder von der Idee ab – und wollen das SELMA zunächst in einer abgespeckten Version in den Hallen Kalk installieren.
Bruno Wenn, Vorsitzender des Kölner Kulturrats, sieht in der nun gefundenen Variante aber nach wie vor offene Punkte. Im Gespräch mit t-online sagt er: „Es fehlt weiterhin die Transparenz der Stadt und von Domid, was die Zukunft des Selma angeht. Es gibt widersprechende Informationen. Nach wie vor sind sehr viele Fragen des Projekts offen.“ Dass OB Burmester nun persönlich an einer Lösung interessiert sei, sei ein erster Schritt.
„Braucht klare Unterstützung“: Sorge um SELMA-Zukunft wächst
Wenn kritisiert unter anderem das Verhalten von Domid, es müssten für die Umsetzung des SELMA alle Hebel in Bewegung gesetzt werden. „Ich verstehe auch nicht, warum Domid angesichts der Bedeutung des Selma nicht bundesweit selbstbewusster auftritt. So ließen sich auch andere Geldgeber organisieren.“ Domid selbst verweist auf bereits gestartete Fundraising-Programme, die allerdings bislang nicht ausreichen, um die gestiegenen Kosten zu decken.
Der Kölner Kulturrat, so Wenn, bietet dabei ausdrücklich seine Unterstützung an. Im Vordergrund stehe die Umsetzung am Standort in Kalk. „Es braucht nun eine klare politische Unterstützungserklärung der Stadt. Denn auch in der Bevölkerung ist das Selma gewünscht. Nur so können wir Bund und auch Land überzeugen.”
Kölner Migrationsmuseum SELMA: Kritik an zu teurem Entwurf
Ähnlich sieht es Boris Sieverts, Mitgründer der Initiative „Museum Selma bleibt“: „Alle Parteien müssen nun schnellstmöglich dafür sorgen, dass eine Fristverlängerung für die Förderung glaubhaft auf den Weg gebracht werden kann.“ Er sieht das Problem vor allem beim Pachtvertrag. Dieser war bereits im Jahr 2019 angedacht, wurde aber erst 2024 final abgeschlossen. „Zwischen 2019 und 2024 ist zu wenig passiert.“
