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Uns auf Google folgenBilder aus dem Flagshipstore in GüterslohBilder aus dem Flagshipstore in Gütersloh. © Marc Aurel

Die Modebranche steht unter großem Druck. Jetzt hat es eine namhafte Marke getroffen – diese hat Insolvenz angemeldet.

Gütersloh – Einige Textilanbieter haben mit der wirtschaftlichen Situation zu kämpfen. Alleine in diesem Jahr verbreiteten sich schon viele düstere Nachrichten: Ein renommierter Mode-Händler musste nach der Insolvenz alle Standorte schließen. Ein Laden-Riese dünnt sein Filialnetz kräftig aus. Und bei einem bekannten Hersteller wurde – auch wenn die Marke erhalten bleibt – das endgültige Aus bekannt. Nur drei Beispiele unter vielen.

Ein weiterer Fall wurde jetzt publik: Wie Textilwirtschaft berichtet, ist der Damenmode-Anbieter Marc Aurel aus Gütersloh insolvent und befindet sich in einem Eigenverwaltungsverfahren. Die Kunden dürften davon zunächst nichts merken: Wie Rechtsanwalt Frank Kebekus mitteilt, werde der Geschäftsbetrieb planmäßig fortgeführt, die Filialen bleiben also geöffnet. Der Düsseldorfer Rechtsanwalt wurde zum Sachverwalter ernannt.

Modemarke Marc Aurel insolvent: Jetzt läuft die Investorensuche

Der Flagshipstore von Marc Aurel liegt in Gütersloh (NRW), Outlets gibt es in Berlin, Lüneburg (Niedersachsen), Neumünster (Schleswig-Holstein) und Ochtrup (NRW). Sogenannte „Fashion Stores“ liegen laut Homepage in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern), Celle (Niedersachsen) und Günzburg (Bayern). Zudem arbeitet das Unternehmen mit verschiedenen Partner-Läden zusammen und betreibt auch einen Online-Shop. Marc Aurel hat mehr als 100 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von rund 25 Millionen Euro. 2025 sah es schlechter aus: Das Unternehmen rutschte in die Verlustzone.

Wie geht es nun weiter mit dem Unternehmen? Aktuell läuft die Suche nach einem Investor. Vom Erfolg dieses Prozesses hängen dann auch eventuelle weitere Maßnahmen ab. „Ob und inwieweit weitere Restrukturierungsmaßnahmen erforderlich sind, hängt insbesondere vom Investorenprozess und den laufenden Gesprächen ab“, erklärt Rechtsanwalt Kebekus gegenüber Textilwirtschaft.

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Die Geschichte von Marc Aurel reicht bis ins Jahr 1972 zurück. Reinhold Richter begann mit der Entwicklung und Produktion von Damenhosen. 1979 folgte eine komplette Damenkollektion. Zunächst wurde sogar in Deutschland produziert, doch die Homepage gibt Auskunft: „Von 1972 bis 1984 wurden die Kollektionen noch in eigenen Fertigungsstätten produziert, um dann sukzessive ins Ausland verlagert zu werden. Heute wird in Asien, Polen, der Türkei und weiteren osteuropäischen und asiatischen Ländern produziert.“ Marc Aurel stehe „für das Modegefühl der modernen Frau“, heißt es in der Eigenbeschreibung. Die Marke reiht sich zwischen Premium-Segment und Mainstream ein.

„Dass es in dieser Branche nicht einfach zugeht, muss ich niemandem erzählen“

Doch jetzt ist das Unternehmen in Schieflage geraten. „Dass es in dieser Branche nicht einfach zugeht, muss ich niemandem erzählen“, erklärt der Geschäftsführer Jan Brandt (58) laut Neue Westfälische. Doch er zeigt sich kämpferisch: „Unser Ziel ist es, das Unternehmen vollumfänglich zu erhalten.“ Vieles hängt nun davon ab, ob es Interesse an der Marke gibt. Bei einer anderen Ladenkette wurde ein Investor gefunden – dennoch schließen zig Filialen mit einem Räumungsverkauf. (Quellen: Textilwirtschaft, Neue Westfälische, marc-aurel.com)