
Der Aufstiegskampf zwischen dem MSV Duisburg und RW Essen wird ein Thriller. Mit einer unschönen Konstellation um Lex-Tyger Lobinger.
Lex-Tyger Lobinger war im Winter ein super Transfer für den MSV Duisburg. Der 27-Jährige wechselte im Januar innerhalb der 3. Liga von Viktoria Köln nach Meiderich, er hatte im rechtsrheinischen Köln in der Hinrunde satte neun Tore geschossen. Mit seinen 1,92 Metern hatte er die gegnerischen Abwehrreihen oft mit Wucht regelrecht überrannt.
Lobinger war begehrt, auch Rot-Weiss Essen soll Interesse gehabt haben. Der Stürmer entschied sich aber für Duisburg – und erfüllte dort die Erwartungen. Acht Tore gelangen ihm bis heute im Zebra-Trikot – Lobinger ist ein wichtiges Teil im MSV-Puzzle, das den Verein vor dem letzten Spieltag der 3. Liga in eine ausgezeichnete Position in Sachen Zweitligaaufstieg gebracht hat.
MSV – sogar Platz zwei ist möglich
Punktgleich mit Essen steht Duisburg aufgrund der besseren Tordifferenz auf dem begehrten Tabellenplatz drei, der zu Relegationsspielen um den Aufstieg gegen den Drittletzten der Zweiten Liga berechtigt. Sogar Platz zwei – über den es direkt eine Etage hinauf gehen würde – ist für die Zebras noch drin. Dort steht Energie Cottbus mit zwei Zählern Vorsprung. Stolpern die Lausitzer bei ihrem letzten Spiel in Regensburg, könnte der MSV vorbeiziehen.
Voraussetzung für all diese Gedankenspiele: Der MSV muss selbst sein letztes Spiel gewinnen. Es geht daheim gegen – ausgerechnet – Viktoria Köln. Und das birgt eine Menge Zündstoff. Denn wegen des winterlichen Lobinger-Transfers könnte die Viktoria sich über einen zusätzlichen Geldsegen freuen, sollte der MSV aufsteigen.
Lobinger-Bonus für Viktoria bei MSV-Aufstieg
Lobinger im Trikot Viktoria Kölns
Wie das Online-Magazin „Reviersport“ berichtet, hat die Viktoria damals ausgehandelt, dass man einen kräftigen Bonus vom MSV erhält, sollte dieser mit Lobinger den Aufstieg schaffen. „Reviersport“ berichtet, es seien damals 75.000 Euro direkt geflossen, den gleichen Betrag gebe es bei Aufstieg nun noch einmal dazu.
Eine delikate Ausgangssituation vor dem letzten Spiel, denn der MSV hat im Fernduell mit Esssen um Platz drei bei Punktgleichheit das um sechs Tore bessere Torverhältnis. Heißt: Ein Sieg gegen Viktoria sichert dem MSV zumindest Platz drei – sollte Essen am letzten Spieltag nicht monstermäßig hoch beim SSV Ulm gewinnen.
Wunderlich: „Werden in Duisburg bis zum letzten Blutstropfen kämpfen“
Spekuliert wird nun vielerorts, die Viktoria könne in Duisburg einen Schongang einlegen, um den finanziellen Bonus nicht selbst zu zerstören. Dem tritt Franz Wunderlich, Sportvorstand der Viktoria, im Gespräch mit wdr.de vehement entgegen: „Mit solchen Spekulationen soll mir keiner kommen. Wir wissen genau, was uns in Duisburg erwartet und wir werden alles hineinwerfen, was wir haben, um dort zu gewinnen.“
Die Situation ist auch aus dem Blickwinkel Wunderlichs nicht ideal, der 62-Jährige relativiert aber: „Die Verabredung solcher Optionen ist bei Transfers dieser Art heutzutage absolut nicht ungewöhnlich. Des halb schauen wir nur auf uns und gehen unseren Weg. Und der beinhaltet: Am Samstag wollen wir drei Punkte holen!“
Unsere Quellen:
- Onlinemagazin „Reviersport“
- WDR-Gespräch mit Franz Wunderlich
- Homepage MSV Duisburg
Sendung: WDR.de, „Wie ein Transfer zu Diskussionen im Aufstiegsrennen führt“, 12.05.26, 12:30 Uhr