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Berlin – Eben noch forderte Russen-Diktator Wladimir Putin seinen Kumpel und Altkanzler Gerhard Schröder (82, SPD) als Vermittler im Ukraine-Krieg. Jetzt kursiert schon der nächste Name: Auch Angela Merkel könnte laut „Spiegel“ für diese Rolle infrage kommen. Schröders Amtsnachfolgerin spricht Russisch, kennt den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) und Putin (73) persönlich – und sie hätte im politischen Ruhestand Zeit.

Mit seinem vergifteten Vorschlag, Schröder einzubeziehen, traf Putin einen wunden Punkt der Europäer. Denn: Im Gegensatz zu den letztlich erfolglosen Verhandlungen zwischen den USA, Russland und der Ukraine im vergangenen Jahr möchte die EU dieses Mal unbedingt mit am Tisch setzen – koste es, was es wolle. Und so ließ EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas (48) zwar gleich mitteilen, dass es „nicht sehr klug“ wäre, sich einen Verhandlungsführer von den Russen diktieren zu lassen. Doch die grundsätzliche Debatte, wer solche Gespräche führen könnte, ist seither nicht verstummt.

Merkel hat ein Glaubwürdigkeitsproblem

Laut „Financial Times“ laufen im Hintergrund sogar bereits die Vorbereitungen. Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) sagte der WELT (gehört wie BILD zu Axel Springer): „Wir sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen.“ Auch mit Merkel? Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger (80), zeigte sich zurückhaltender: Wer auch immer letztlich vermittle, müsse auf „breite Zustimmung auf europäischer Ebene“ stoßen – „insbesondere aus Osteuropa und den baltischen Staaten“.

Russen-Führer Wladimir Putin (73) und Angela Merkel auf Schloss Meseberg im Jahr 2018

Russlands Diktator Wladimir Putin (73) und Angela Merkel auf Schloss Meseberg im Jahr 2018

Foto: picture alliance/dpa

In vielen ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes blickt man mit Argusaugen auf die deutsche Russland-Politik. Als Regierungschefin trieb Merkel trotz scharfer Kritik aus Polen und dem Baltikum das Pipeline-Projekt Nord Stream II voran. Sie war zudem maßgeblich an den Minsker Abkommen 2014 und 2015 beteiligt, die die russische Invasion 2022 letztlich nicht verhindern konnten.

Mehr zum ThemaWas sagt Merkel selbst?

Merkels Büro erklärte gegenüber dem „Spiegel“, dass es „keinerlei Anfragen an die Bundeskanzlerin a.D.“ für eine Vermittlerrolle gebe. Allerdings: Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könne, eine solche zu übernehmen, gab es kein Dementi.