
Stand: 12.05.2026 13:34 Uhr
Der Klette-Prozess nähert sich seinem Ende. Am Dienstag hat sich zunächst die Angeklagte vor dem Landgericht Verden geäußert. An ihr solle ein Exempel statuiert werden, sagte Daniela Klette.
Daniela Klette hat ihren Auftritt als politische Bühne und für Kapitalismuskritik genutzt. Zu den ihr vorgeworfenen Taten äußerte sie sich nicht konkret. Allerdings gestand sie indirekt ein, dass es ihr leid tue, wenn bei Beteiligte traumatisiert seien. Sie sagte in ihrem Schlusswort erneut, dass das Verfahren politisch bestimmt sei. Es gehe dem Gericht nicht um die einzelnen Taten, sondern darum, den politischen Widerstand zu delegitimieren. Sie sei irgendwann in den Untergrund abgeglitten, weil der Staatsschutz sie immer schärfer überwacht habe, so die 67-Jährige. Am Mittwoch hält die Verteidigung ihr Plädoyer. Das Urteil soll am 27. Mai fallen.

Die Angeklagte hat die Kosten für das umgebaute Gebäude kritisiert. Die Verteidigung nennt den Gerichtssaal „überdimensioniert“.
Gerangel zwischen Beamten und Klette-Unterstützern
Am Ende ihrer Einlassung kam es zu einem Eklat im Zuschauerraum. Klette beendete ihre Ausführungen mit den Worten: „Wirklich frei sein können wir erst, wenn alle frei sind.“ Rund zwei Dutzend Unterstützerinnen und Unterstützer sprangen daraufhin von ihren Sitzplätzen auf, klatschen der Angeklagten Beifall und zeigten ein Banner mit der Aufschrift „Freiheit für Daniela Klette“. Sofort stürmten Justizbeamte nach vorn und entrissen den Unterstützern das Banner.
Nebenklage wertet Überfall als schweren Raub

Opferanwalt Steffen Hörning (links) hofft auf eine lange Haftstrafe für Daniela Klette. (Archivbild)
Vor Klette hatte am Vormittag Steffen Hörning das Wort. Hörning vertritt als Nebenklageanwalt den Fahrer eines Geldtransporters, den drei bewaffnete Personen – mutmaßlich Klette, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg – am 6. Juni 2015 in Stuhr (Landkreis Diepholz) nahe Bremen überfallen hatten. Er forderte in seinem Plädoyer elf Jahre Haft wegen versuchten schweren Raubes für die Tat in Stuhr. Er sprach die Angeklagte direkt an. „Frau Klette, Sie tun mir leid. Nicht, weil Sie in einer Zelle sitzen, denn da gehören Sie hin. Ich habe das Gefühl, dass Sie in sich selbst gefangen sind“, sagte Hörning. „Wenn Sie das eines Tages begreifen werden, dann wird es ein schwieriger Moment für Sie.“
Klette-Unterstützer feiern Angeklagte
Schon vor Beginn des Verhandlungstages hatten die Klette-Unterstützer für Aufsehen gesorgt. Als Justizbeamte die 67-Jährige in den Gerichtssaal führten, begrüßte die Gruppe die Angeklagte mit Applaus. Nebenklageanwalt Hörning empfand den Auftritt als befremdlich. „Das habe ich in all meinen Jahren als Anwalt nicht erlebt, dass eine Angeklagte mit Applaus empfangen wurde. Das muss ich erstmal meinem Mandanten erklären, der bis heute arbeitsunfähig ist“, sagte Hörning in der Einleitung zu seinem Plädoyer.
Anklage fordert 15 Jahre Haft für Klette

Staatsanwältin Annette Marquardt sieht Beweise für Klettes Schuld. (Archivbild)
Die Anklage hatte vor zwei Wochen ihr Plädoyer gehalten. Darin warf Staatsanwältin Annette Marquardt Daniela Klette acht Raubüberfälle auf Supermärkte und Geldtransporter zwischen 1999 und 2016 vor. Marquardt fordert 15 Jahre Haft unter anderem wegen versuchten gemeinschaftlichen Mordes und schweren bandenmäßigen Raubes mit Waffen.
Gericht verhandelt Prozess in umgebauten Reithalle
Das Gebäude des Landgerichts Verden war für den Klette-Prozess zu klein – und nicht den Sicherheitsanforderungen entsprechend. Um diese zu erfüllen, wurde eine ehemaligen Reithalle in Verden-Eitze zu einem Gerichtssaal umgebaut. Die Miete, inklusive der Ausgaben für den Umbau, kostet laut Justizministerium rund 3,6 Millionen Euro. Der Prozess war vor 13 Monaten zunächst in Celle gestartet.

Im Prozess vor dem Landgericht Verden will sich die Angeklagte äußern. Die Staatsanwaltschaft fordert 15 Jahre Haft.

In dem Verfahren geht es um Raubüberfälle, Waffen und viel Geld. Das Urteil könnte Ende Mai fallen.

Die Anklage hat ihr Plädoyer am Mittwoch fortgesetzt und beendet. Daniela Klette steht wegen mehrerer Raubüberfälle vor Gericht.

Die mutmaßliche Ex-RAF-Terroristin äußerte sich vor Gericht persönlich. Ihre Verteidiger forderten die Einstellung des Verfahrens.