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In der Hinrunde fuhr er noch den 2:1-Sieg mit Holstein Kiel gegen Dynamo Dresden ein. Am Sonntag im Rückspiel will Robert Wagner (22) mit den Schwarz-Gelben gegen seinen Ex-Klub die Rettung feiern. Diese Konstellation ist wohl nahezu einmalig …
„Ich wusste damals schon, dass ich nach Dresden kommen werde. Mein Wechsel war zu dem Zeitpunkt, wo wir gegeneinander gespielt haben, tatsächlich sehr konkret. Das war eine neue Situation für mich, die ich so davor nicht kannte, und ganz schön kurios“, gibt der Mittelfeldmann zu.
Er witzelte bereits bei seiner Ankunft bei Dynamo darüber. „Trotzdem konnte ich ja auch kein Eigentor schießen“, meinte Wagner. „Ich habe versucht, es so gut es geht auszublenden. Ich wollte mein Spiel machen und meinen Stiefel herunterkicken in den Minuten, wo ich noch für Kiel auf dem Platz stand.“

Im Hinspiel waren Kofi Amoako (li.) und Robert Wagner Gegner, jetzt sind sie ein kongeniales Mittelfeld-Duo.
Foto: Michael Hundt/dpa
Fakt: Ein Dresden-Treffer damals hätte dafür gesorgt, dass die SGD den Klassenerhalt heute quasi bereits in der Tasche hätte. So steht jetzt im letzten Heimspiel nochmal alles auf dem Spiel.
Seine Vergangenheit bei den Störchen ordnete Wagner dabei nüchtern und kalt ein: „Ich hatte das Gefühl, in Kiel wurde sich viel auf den Gegner fokussiert und personell gewechselt zu dem, was für das Spiel gut sein könnte. Da wurde oft die Aufstellung gegen mich gewählt.“
Bei Dynamo Dresden ist der Rotschopf dagegen unumstritten. Wann erklärte er den Wechsel eigentlich seinen Ex-Kollegen? „Ich habe es den Spielern erst gesagt, als ich am 2. Januar hier aufgekreuzt bin. Da gab es ein paar Schmunzler, ehe das Thema wieder gegessen war.“
Hat Dresden eine Chance, Wagner fest zu verpflichten?
Bis jetzt zum Wiedersehen! Aber Wagner ist mehr Heißsporn auf dem Platz als daneben, bleibt vielleicht gerade nach der verrückten Rolle beim Hinspiel cool: „Für mich ist es ein Spiel wie jedes andere. Ich werde auch jetzt alles geben.“
Nicht nur, weil sich die Sachsen mittlerweile damit beschäftigen, ob sie ihn vielleicht nach der Saison fest verpflichten können. Denn der Leih-Profi hat beim SC Freiburg trotz Vertrags bis 2027 wohl keine Zukunft mehr. Der Schritt in die Bundesliga scheint aktuell noch zu groß.

Thomas Stamm (li.) förderte Robert Wagner nicht nur in Dresden, sondern schon in Freiburg
Foto: Andreas Gora/dpa
Vor kurzem fragte BILD ihn bereits danach. Wagner wich aus: „Das Ziel Nummer eins, was über allem steht, ist der Klassenerhalt. Solange der nicht eingetütet ist, mache ich mir um andere Dinge nicht so viele Gedanken. Wir müssen es einfach erstmal als Team schaffen.“
Dass er sich die Perspektiven in Dresden anhört, ist wahrscheinlich. Mehr könnte schwierig werden, weil finanziell ein Transfer des Kickers mit 2 Millionen Euro Marktwert schwer zu stemmen sein dürfte. Zumal auch andere Vereine – wenig überraschend – seine guten Leistungen erkannt haben.
Es gibt allerdings ein Argument, das nur für Dynamo spricht. Hier weiß Wagner, dass er mit Thomas Stamm (43) einen Trainer an der Seitenlinie hat, der ihn schon in Freiburg förderte und permanent auf ihn baut. Würde er sich hier zwei Jahre in Ruhe weiterentwickeln, könnte der Sprung zu einem Erstligisten einfacher werden. Aber wahrscheinlich dreht sich das heutige Transfer-Karussell für solche mittelfristigen Planungen zu schnell, wie Wagners eigene Hinspiel-Geschichte zeigt…