DIE ZEIT: Der Bundeskanzler hat gesagt, beim Thema Migration seien »große Teile des Problems« nun gelöst. Wie kommt er darauf?

Alexander Throm: Der Satz fiel vor unserer Klausur des CDU-Fraktionsvorstands. Friedrich Merz wurde gefragt, in welchen Bereichen diese Koalition noch liefern muss. Da hat der Bundeskanzler darauf hingewiesen, wie viel beim Thema Migration schon gelungen ist. Ich würde es so formulieren: Wir haben die Migrationslage gegenwärtig im Griff, wir konnten den Kontrollverlust beenden.

Daniel Thym: Ihre Worte sind schon einmal zutreffender als die des Bundeskanzlers. Wenn man von einer Wende spricht, geht es ja darum, eine andere Richtung einzuschlagen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man am Ziel angekommen ist. Bislang hat sich die CDU sogar davor gedrückt, zu sagen, was eigentlich das Ziel sein soll. Geht es nur darum, die Asylmigration besser zu steuern? Geht es darum, sie völlig zu stoppen? Oder will man die Migration der vergangenen Jahre sogar rückabwickeln, indem man massenhaft abschiebt?