Das „Drehbuch“ der Bundesliga im Abstiegskampf ist schon Wahnsinn. Mit Wolfsburg, Heidenheim und dem FC St. Pauli stehen drei Teams punktgleich auf den Plätzen 16 bis 18. Mit den Wölfen und den Kiezkickern treffen dann am letzten Spieltag auch noch zwei Teams direkt aufeinander – und Heidenheim und St. Pauli weisen darüber hinaus die gleiche Tordifferenz auf. Ein Team aus diesem Trio kann den Klassenerhalt über die Relegation schaffen. In der Regionalliga West ist das Ganze ähnlich eng, aber noch kurioser.

Der SV Rödinghausen ist Tabellen-15. und könnte nur noch theoretisch absteigen. Der Vorsprung auf den SC Wiedenbrück (16.) und den Wuppertaler SV beträgt drei Punkte. Da bei Punktgleichheit erst die Anzahl der erzielten Tore und dann die Tordifferenz entscheidend sind, müsste Wiedenbrück mit mindestens neun Toren gewinnen, Wuppertal mit mindestens zehn. Das Trio am Tabellenende, zu dem neben Wiedenbrück und Wuppertal auch noch die SSVg Velbert zählt, kämpft derzeit noch um Tabellenplatz 16, der bei einer Voraussetzung noch den Klassenerhalt sichern kann. Dann nämlich, wenn Fortuna Düsseldorf aus der 2. Bundesliga absteigt. In diesem Fall würde die U23 der Landeshauptstädter zwangsweise ans Tabellenende gesetzt und somit als Absteiger feststehen. Heißt im Klartext: Alle drei Teams müssen bei ihren Spielen am Samstag hoffen, dass einen Tag später Fortuna Düsseldorf auf den 17. Tabellenplatz der 2. Bundesliga abrutscht.

Nach dem 1:0-Sieg des SC Wiedenbrück am vergangenen Wochenende hatte SCW-Kicker und Influencer Niklas Szeleschus (130.000 Follower auf Instagram) bereits einen Post in diese Richtung abgesetzt, der vor allem bei Fortuna-Fans schlecht ankam. Aber so sind nun einmal die Regeln. Wiedenbrück versucht nun, im letzten Spiel zu Hause gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund den 16. Platz zu behalten. Der Wuppertaler SV (Heimspiel gegen den Bonner SC) und die SSVg Velbert (auswärts bei den Sportfreunden Siegen) hoffen derweil auf einen Ausrutscher der Ostwestfalen.

Übrigens: Nur in der 3. Liga und Regionalliga ist die Konstellation so, dass zwischen erster und zweiter Mannschaft eine Liga Abstand sein muss. In der Saison 2024/25 spielte die U23 von Zweitligist Hannover in der 3. Liga. Die U23 des frischgebackenen Regionalliga-Aufsteigers Fortuna Köln spielt seit 2019 in der fünftklassigen Mittelrheinliga.