„Suchtfördernde“ EigenschaftenEU erhöht Druck auf Soziale Medien mit geplantem Digital Fairness Act
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Die Europäische Union (EU) will Minderjährige besser vor suchtfördernden Eigenschaften von Plattformen wie TikTok, Instagram oder X schützen.
Hierzu diene der geplante Digital Fairness Act (DFA), sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag bei einer Rede in Kopenhagen. „Schlafmangel, Depressionen, Angstzustände, Selbstverletzung, Suchtverhalten, Cybermobbing, Ausbeutung, Suizid. Die Risiken nehmen rapide zu.“ Es handele sich dabei nicht um Zufall. „Es ist das Ergebnis von Geschäftsmodellen, die die Aufmerksamkeit unserer Kinder als Ware betrachten.“
Von der Leyen zufolge soll der DFA gezielt gegen „süchtig machende und schädliche Designpraktiken“ vorgehen und den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in Sozialen Medien begrenzen. Sie warb darüber hinaus für Mindestalter für die Nutzung derartiger Angebote wie in Australien. Die EU-Kommission wolle in den kommenden Monaten hierzu einen Vorschlag vorlegen. „Die Frage ist nicht, ob junge Menschen Zugang zu Sozialen Medien haben sollten, sondern ob Soziale Medien Zugang zu jungen Menschen haben sollten.“
Das neue Gesetzespaket sei eine Ergänzung des Digital Services Act (DSA), fügte sie hinzu. Dieser verpflichtet Internetkonzerne unter anderem dazu, gegen illegale und schädliche Inhalte vorzugehen. Auf Basis bestehender Gesetze laufen bereits Verfahren gegen den Kurznachrichtendienst X, die Kurzvideo-Plattform TikTok sowie das Online-Netzwerk Facebook und den Bilderdienst Instagram von Meta. In den USA wurden Meta und die Alphabet-Tochter Google wegen des suchtfördernden Designs ihrer Apps zu Millionenstrafen verurteilt.