Das Leben verläuft manchmal in Schleifen, von denen man sagt: Nein, nicht das auch noch. Als wäre nicht schon genug passiert. Bei Stefan Groß ist es ein Auto, das nun nach einigen Jahren den Geist aufgegeben hat. Nur ein Fahrzeug, mag man meinen. Für den 39-Jährigen ist es aber mehr als das. Der VW Caddy ist ein spezielles Fahrzeug, das ihn zusammen mit seinem Elektrorollstuhl transportieren kann. Ohne das Auto wird es schwierig bis unmöglich, weitere Strecken zurückzulegen. Stefan ist seit 2012 nach einem Badeunfall auf Mallorca schulterabwärts querschnittsgelähmt.
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Der Mann aus Moers ist ein echter Kämpfer. Wir hatten uns Anfang des Jahres in Moers mit ihm getroffen. Seinerzeit stand gerade ein TV-Auftritt beim Kölner Treff bevor, bei dem er den Fernsehzuschauerinnen und ‑zuschauern von seinem Schicksal berichten wollte. Davon, wie er sich zurück ins Leben gekämpft hat. Wie es ihm, dem einstigen Sportler und Lebemann, damit erging, plötzlich für jede Kleinigkeit auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.
Das zeichnet Stefan aus Moers aus
Stefan erzählte von seinem festen Willen, seinen körperlichen Zustand sukzessive zu verbessern. Er rackerte, er ackerte, er arbeitete an sich. Und: Er verlor nie den Lebensmut. Das Glas blieb für ihn immer halb voll. 2012 war es ein Wunder, dass er den Sturz überhaupt überlebt hatte. Heute kann er beide Arme etwas bewegen, kann mit links den Steuerhebel seines Hightechrollstuhls bedienen und „mit der rechten Hand am Kopf kratzen“, wie er seinerzeit sagte.
Mithilfe des Rollstuhls kann er sich nicht nur fortbewegen. Er kann den Kinderwagen seines Töchterchens schieben. Das funktioniert mithilfe eines per Kopf und Joystick steuerbaren künstlichen Arms an seinem Rollstuhl. Damals hatte er gesagt, wie sehr das sein Leben noch einmal bereichert hatte. Die Geburt der kleinen Mila Ende November 2025 hatte das Glück von Stefan und seiner Frau Annika komplett gemacht.
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Nun der nächste Tiefschlag. „Wir haben 7000 Euro in den letzten zwei Jahren in das Auto gesteckt“, sagt Stefan. Jetzt ist der Caddy wieder in der Werkstatt gewesen. Diagnose: Getriebeschaden. Eine Reparatur würde abermals eine hohe Summe verschlingen. Das Paar hat sich bereits nach gebrauchten Autos umgesehen. Aber: „Mein Rollstuhl passt nicht in jedes Auto rein“, erklärt der junge Mann. Und selbst Gebrauchtfahrzeuge seien unfassbar teuer. Für Stefan und Anika kaum zu stemmen.
Jetzt hat eine Bekannte der beiden eine Spendenaktion initiiert. „Mein Name ist Meike und ich habe diese Spendenaktion für zwei bzw. drei Menschen gestartet, die mir unglaublich am Herzen liegen. Stefan, Annika und nun auch Mila gehören zu den stärksten und liebevollsten Menschen, die ich kenne“, heißt es auf der Spendenplattform gofundme. Und weiter schreibt Meike dort: „Seit Jahren machen sie Menschen Mut und zeigen auf beeindruckende Weise, dass das Leben trotz schwerer Schicksalsschläge lebenswert bleibt — voller Liebe, Hoffnung und schöner Momente. Und das alles, ohne jemals etwas dafür zu verlangen. Doch heute braucht diese wundervolle Familie selbst Hilfe.“
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Auf der Plattform wird den Nutzern benannt, dass der Caddy nach vielen teuren Reparaturen nun leider endgültig nicht mehr fahrtüchtig ist. Seitdem sei die Familie oft zu Hause gefangen, weil ein normales Auto weder Stefan noch seinen Elektrorollstuhl transportieren kann. „Ich kann nirgendwo dabei sein“, sagt Stefan im Gespräch mit der Redaktion. „Das ist das Schlimmste.“ So sei er noch nie mit seinem Töchterchen beim Kinderarzt gewesen, auch nicht bei der Großmutter, die etwas entfernt wohnt. Wie sehr diese Immobilität einschränkt, können sich viele Menschen sicher nicht vorstellen.
Hier geht es zum Spendenaufruf
Meike Fuhrmann möchte mit ihrem GoFundMe-Spendenaufruf helfen. Sie schreibt: „Ein geeignetes Fahrzeug mit Rampe oder Umbau kostet selbst gebraucht oft noch 20.000 Euro oder mehr – Summen, die für die junge Familie momentan einfach nicht erreichbar sind.“ Und trotzdem versuche das Paar seit Monaten, alles alleine zu schaffen. 20.000 Euro sollen am Ende zusammenkommen. Rund 3700 Euro sind bereits überwiesen worden. Wer Stefan und seine Familie unterstützen möchte, klickt auf www.gofundme.com/f/pnhjw-hoffnung-auf-vier-radern.
Stefan kämpft unermüdlich darum, wieder arbeiten zu können. Er hat keinen Weg unversucht gelassen – Jobcenter, Arbeitsamt, LVR –, doch bisher leider ohne Erfolg. Gleichzeitig macht die Elternzeit es nahezu unmöglich, ausreichend Geld zur Seite zu legen.