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Berlin – Angesichts der Menschheitsverbrechen des Kommunismus verbietet es sich, Marx und Engels wieder aufzustellen, als sei nichts gewesen. Das ist eine Schande für die freie Stadt Berlin.

Die Fläche vor dem Roten Rathaus zwischen Fernsehturm und Spreeufer wird neu gestaltet. Die Arbeiten ziehen sich bis Ende 2027 hin, viel länger als geplant. Das ist ärgerlich.

Noch ärgerlicher ist der Plan, das „Marx-Engels-Forum“ wieder aufzubauen, originalgetreu im Zustand von 1986. So will es die Stadtplanung, so will es der Denkmalschutz.

Dabei handelt es sich um zwei überlebensgroße Bronze-Figuren der Erfinder des Sozialismus, also von Karl Marx (1818–1883) und Friedrich Engels (1820–1895). Die Figuren wurden während der Bauarbeiten zur Verlängerung der U-Bahnlinie 5 entfernt.

Rund um die Bronzefiguren bleiben auch vier Stelen aus Edelstahl erhalten und ein fünfteiliges Marmorrelief. Auf den Stelen und dem Relief wird in Bildern und Texten erzählt, wie arm und ausgebeutet die Menschen lebten, bevor sie durch Revolution und Sozialismus angeblich ein würdiges und sorgenfreies Leben führen konnten.

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Das ganze Ensemble wurde vor 40 Jahren als offizielle DDR-Propaganda aufgebaut. Es ist Symbol des SED‑Unrechtsstaates und verherrlicht darüber hinaus auch alle anderen sozialistischen Diktaturen. Die marxistische Ideologie hat weltweit zu Hunger, Elend und Massenmord geführt. Das „Schwarzbuch des Kommunismus“ verzeichnet rund 100 Millionen Menschen, die der sozialistischen Gewaltherrschaft zum Opfer fielen, hauptsächlich in der Sowjetunion und in China.

Angesichts dieser  Menschheitsverbrechen verbietet es sich, Marx und Engels wieder aufzustellen, als sei nichts gewesen. Das ist eine Schande für die freie Stadt Berlin.

Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: gunnar.schupelius@axelspringer.de