Mehrere Hundert Beschäftigte des Automobil-Entwicklungsdienstleisters IAV haben am Stammsitz des Unternehmens in Berlin-Charlottenburg für den Erhalt des Standorts demonstriert. Unterstützt wurden sie von zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik, darunter auch Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey und Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe (beide SPD). Zu der Protestaktion hatte die IG Metall Berlin aufgerufen.
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„Wir kämpfen weiter für den Standort und für die Arbeitsplätze bundesweit“, sagte deren Gewerkschaftssekretär Jan Brauburger. In der vergangenen Woche hatte IAV die Belegschaft über die Pläne informiert, an den deutschen Standorten rund 1400 Stellen abzubauen, vor allem in Berlin.
Das Betriebsgelände dort soll nach Unternehmensangaben bis spätestens Ende Juni 2027 verkauft werden und von den bisher rund 1250 Beschäftigten soll nur ein „kompakter Kern“ in der Hauptstadt bleiben. Den übrigen Mitarbeitern werde ein Wechsel nach Gifhorn in Niedersachsen angeboten. IAV plant nach eigenen Angaben, auf diesem Weg Überkapazitäten abzubauen und die Organisation an veränderte Marktbedingungen anzupassen.
Prominente Unterstützung aus der Politik
Die IG Metall kritisierte die Pläne als massiven Kahlschlag. An den Protesten nahmen nach Angaben der Gewerkschaft rund 900 Menschen teil. Auch die Spitzenkandidaten der SPD, Grünen und Linken für die Abgeordnetenhauswahl, Steffen Krach, Werner Graf und Elif Eralp, hatten sich eingereiht. Linke-Bundesvorsitzende Ines Schwerdtner schwang eine Fahne der IG Metall.
Das Unternehmen – IAV steht für Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr – gilt als einer der führenden Entwicklungsdienstleister der Automobilindustrie mit Schwerpunkten in den Bereichen E-Mobilität, autonomes Fahren und Fahrzeugentwicklung. Bundesweit hat es rund 5500 Beschäftigte an fünf Standorten.
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Die IG Metall forderte die Geschäftsführung auf, die angekündigten Pläne zurückzunehmen, und wies auf monatelange Verhandlungen zwischen Gewerkschaft, Betriebsrat und Geschäftsführung über die Zukunft des Unternehmens hin. Die aktuellen Pläne zur weitgehenden Schließung des Berliner Standorts seien eine weitere Zuspitzung des Konflikts. (dpa)