Newsblog zur US-Politik
Grönland zeigt sich offen für stärkere US-Militärpräsenz
Aktualisiert am 12.05.2026 – 18:29 UhrLesedauer: 22 Min.
Ein US-Militärtransporter im Anflug auf Kangerlussuaq: Der ehemalige US-Stützpunkt im Süden Grönlands könnte künftig erneut US-Soldaten aufnehmen. (Quelle: IMAGO/Rob Schoenbaum)
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Nuuk und Washington verhandeln über die US-Präsenz auf Grönland. Der US-Präsident wendet seinen Blick wieder nach Kuba. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Grönland zeigt sich offen für stärkere US-Militärpräsenz
Grönland verhandelt derzeit mit den USA über eine verstärkte US-Militärpräsenz in dem arktischen Gebiet. Dies sei Teil der laufenden Gespräche mit der Regierung in Washington, sagte der grönländische Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen am Dienstag
in Kopenhagen. Einem Bericht des Senders BBC zufolge streben die USA die Errichtung von drei neuen Stützpunkten im Süden Grönlands an, die möglicherweise zu US-Hoheitsgebiet erklärt werden sollen. Die USA unterhalten aktuell mit der Pituffik Space Base im Nordwesten einen aktiven Stützpunkt auf der Insel. Ein Verteidigungsabkommen zwischen den USA und Dänemark aus dem Jahr 1951 bilde eine mögliche Grundlage für eine Erweiterung, erklärte Nielsen.
Experten zufolge hat Dänemark faktisch kaum Möglichkeiten, US-Anfragen im Rahmen dieses Paktes zu blockieren. Zwei der potenziellen neuen Standorte sind örtlichen Medien zufolge Narsarsuaq und Kangerlussuaq, wo sich bereits ehemalige US-Stützpunkte mit Landebahnen und Hafenanlagen befinden. Ein US-Gesandter habe kürzlich die Anlagen in Narsarsuaq inspiziert, um ein etwaige Wiedereröffnung zu prüfen. In der kommenden Woche wird zudem der US-Vertreter Jeff Landry zu einer Wirtschaftskonferenz auf der Insel mit ihren 57.000 Einwohnern erwartet.
US-Präsident Donald Trump hat wiederholt den Wunsch geäußert, Grönland zu erwerben oder zu kontrollieren, was zu Spannungen zwischen Washington, Kopenhagen und der grönländischen Regierung in Nuuk führte. Grönland hat erklärt, dass die Souveränität des weitgehend autonomen dänischen Territoriums nicht verhandelbar sei.
Trump: „Kuba bittet um Hilfe, und wir werden reden!!!“
US-Präsident Donald Trump hat neue Gespräche mit Kuba verkündet. Trump bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat in seinem Onlinedienst Truth Social am Dienstag als „gescheitertes Land“ und fügte hinzu: „Kuba bittet um Hilfe, und wir werden reden!!!“ Weitere Angaben zu den Gesprächen machte er nicht.
Trump hatte immer wieder gesagt, die USA wollten Kuba „übernehmen“. Das nährte auf der Insel Befürchtungen einer militärischen Intervention. UN-Experten werfen den USA zudem vor, Kuba durch den Entzug venezolanischen Öls regelrecht „auszuhungern“.
Das US-Militär hatte im Januar den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen und in die USA gebracht. Anschließend sorgte Washington dafür, dass Venezuela als der bis dato wichtigste Öllieferant Kubas seine Lieferungen an den Karibikstaat einstellte. Kuba steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Sie ist durch Stromausfälle und rationiertes Benzin geprägt.

