Mit einer besonderen Aktion hat die Wohnungsloseninitiative Fiftyfifty am Donnerstagnachmittag auf die schwierige Lage ihres gleichnamigen Magazins aufmerksam gemacht.
Mit Rouwen Hennings und Oliver Fink hatten die Sozialarbeiter zwei langjährige Profis von Fortuna Düsseldorf zur Unterstützung gewonnen. Gemeinsam mit ihnen verkauften die beiden Fiftyfifty-Verkäufer Vanessa und Thomas das Magazin in der Düsseldorfer Altstadt. „Wir als Fortuna engagieren uns ja sehr gerne für soziale Projekte“, sagte Oliver Fink. Als die beiden Fortunen auf die Aktion aufmerksam wurden, hätten sie sich sofort entschieden, dabei zu sein.
Die Aktion solle dabei helfen, auf ein zentrales Problem der Zeitung aufmerksam zu machen: Viele würden den Verkäufern nur einen Euro geben, statt die Zeitung zu kaufen, doch das helfe weder den Menschen auf der Straße, noch dem Projekt selbst, so Fiftyfifty-Streetworker Oliver Ongaro. Eine Verkäuferin bestätigt: „Früher wurde es am Ende des Monats schon knapp.“ Damals habe es teilweise die letzten drei Tage des Monats keine Magazine mehr gegeben. Heute sehe der Verkauf viel schwieriger aus. Doch die Verkäufer wollen laut Ongaro und nach eigener Aussage keine Almosen zugesteckt bekommen. Er erklärt: „Wir haben das Projekt gegründet, um Menschen ihre Würde zurückzugeben, sodass sie nicht auf Knien herumrutschen müssen“. Das Projekt solle ihnen nicht nur ein größeres Selbstwertgefühl verschaffen, sondern helfe auch aktiv bei der Bekämpfung von Obdachlosigkeit. So habe Fiftyfifty mit den Magazinen bereits 150 Menschen von der Straße geholt. Bisher trage sich die Produktion der Zeitung selbstständig, ohne von Spenden abhängig zu sein. Wenn jedoch die Verkaufszahlen und die Spenden aufgrund geringerer Bekanntheit einbrechen würden, sei das gesamte Projekt gefährdet.
Auch die beiden ehemaligen Fortuna-Spieler kaufen nach eigener Aussage regelmäßig die Zeitschrift. Allerdings mussten sie – wie offenbar viele Menschen – zugeben, gedacht zu haben, es würde den Verkäufern helfen, wenn sie nur eine Spende dalassen. Nun bitten die beiden Fortunen daher darum, das Magazin auch tatsächlich zu kaufen. „Man tut den Menschen in Düsseldorf etwas Gutes“.
Die Auflage des Magazins sei von früher 40.000 verkauften Exemplaren im Monat auf unter 12.000 im Januar dieses Jahres gesunken, sagte Oliver Ongaro unserer Redaktion schon vor einiger Zeit. Rund 500 Menschen verkaufen das Magazin derzeit.