20:47 Uhr | Selensky: Gasanlagen tief in Russland angegriffen

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj Gasanlagen in der russischen Region Orenburg angegriffen. Die getroffenen Ziele liegen mehr als 1.500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Zudem arbeite Kiew mit europäischen Verbündeten an Technologien zur Abwehr ballistischer Raketen. An entsprechenden Gesprächen hätten sich 13 Länder sowie Vertreter der Nato beteiligt. „Insgesamt ist die aktuelle Position der Ukraine (…) auf dem höchsten Stand seit Jahren“, erklärt der Präsident. Dieses Niveau müsse gehalten werden. (Quelle: Reuters)

20:20 Uhr | Russland testet Sarmat-Interkontinentalrakete

Der russische Präsident Wladimir Putin hat einen erfolgreichen Test der seit Jahren angekündigten Interkontinentalrakete vom Typ Sarmat bekanntgegeben. Es handle sich um das „mächtigste Raketensystem der Welt“, sagte Putin nach dem Test. Eine Sarmat-Rakete könne mehr als viermal so schwere Sprengköpfe tragen wie jegliches westliche System und habe eine Reichweite von 35.000 Kilometern. „Bis Jahresende“ werde die Sarmat einsatzbereit sein, fügte der Kreml-Chef an. Sarmat-Raketen können mit mehreren Atomsprengköpfen bewaffnet werden.

Die Interkontinentalrakete vom Typ Sarmat ist im Westen auch unter dem Namen „Satan II“ bekannt. Es handelt sich um das erste nach dem Kalten Krieg entwickelte russische Raketensystem, das als „superschwer“ klassifiziert wird. (Quelle: AFP)

Start der Rakete
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18:16 Uhr | Kallas sieht nach Putins Äußerungen „Gelegenheit“ zur Beendigung des Krieges

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sieht in Aussagen des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem möglichen Kriegsende ein Anzeichen für eine Schwächung Moskaus. Putins Äußerung zeige, dass er sich nicht in einer starken Position befinde. „Ich glaube, dass es eine Gelegenheit gibt, diesen Krieg zu beenden“, fügte sie hinzu. Putin hatte bei einer Pressekonferenz am Rande der Feierlichkeiten zum Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg am Samstag gesagt, der Krieg mit der Ukraine neige sich „dem Ende“ zu. (Quelle: AFP)

17:45 Uhr | Ukraine meldet russische Drohnenangriffe

Nach dem Auslaufen einer Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine gehen die Angriffe weiter. Die Ukraine meldete in der Nacht zum Dienstag mehr als 200 Drohnenangriffe auf verschiedene Städte. Auch während der Waffenruhe hatten sich beide Seiten immer wieder Verstöße vorgeworfen.

13:29 Uhr | Ukraine setzt Russland mit „Deep Strikes“ unter Druck

Die Ukraine setzt Russland mit sogenannten „Deep Strikes“ – also Angriffen tief im russischen Hinterland – zunehmend unter Druck. Nachdem die Ukraine bei Langstreckenwaffen zunächst von westlichen Verbündeten abhängig war, produziert sie nun selbst solche Waffen. Immer wieder schafft sie es, russische Ölanlagen, Häfen und Rüstungsfabriken zu treffen, zuletzt zum Beispiel in der Stadt Tscheboksary, die etwa 1.000 Kilometer von der Front entfernt liegt.

Marschflugkörper Flamingo
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ARD-Korrespondentin Rebecca Barth ordnet bei MDR AKTUELL ein, inwiefern diese Angriffe den Kriegsverlauf beeinflussen könnten.

Das ganze Interview zum Nachhören:

08:47 Uhr | Deutschland finanziert Militärausbildung in der Ukraine

Deutschland beteiligt sich mit mehr als zehn Millionen Euro an einer EU-Initiative zum Aufbau militärischer Ausbildungszentren in der Ukraine. Das erklärte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius am Rande eines Besuchs in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Danach finanziert die Bundesrepublik mit dem Beitrag die Infrastruktur für eine komplette Ausbildungseinrichtung. Bislang sind laut Pistorius fast 27.000 ukrainische Soldaten in Deutschland ausgebildet worden. (Quelle: dpa)

03:54 Uhr | Erster Luftalarm in Kiew nach Ende der Feuerpause

Kurz nach dem Ende der dreitägigen Waffenruhe hat Kiew am frühen Dienstagmorgen erneut Luftalarm ausgelöst. Nach Angaben des Leiters der Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, befanden sich russische Drohnen über der Hauptstadt. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Schutz zu suchen. Es war der erste Luftalarm in Kiew seit Freitag. Beide Kriegsparteien hatten sich während der Feuerpause gegenseitig Verstöße vorgeworfen. (Quelle: AFP)

03:14 Uhr | Ukraine bietet Deutschland weitreichende Waffen an

Die Ukraine hat Deutschland laut einem Medienbericht die Lieferung weitreichender Drohnen und Raketen angeboten. Die ukrainische Nato-Botschafterin Alonya Getmanchuk sagte der „Welt“, Kiew könne künftig Fähigkeitslücken der Nato bei Präzisionsschlägen schließen. Die Ukraine verfüge über Erfahrungen und wirksame Systeme für Angriffe auf große Distanz. Diese könnten nach Angaben Getmanchuks auch westlichen Partnern angeboten werden – als Alternative zu Fähigkeiten, die bisher vor allem von den USA erwartet wurden. (Quelle: Reuters)

01:01 Uhr | Korruptionsermittlungen gegen früheren Selenskyj-Vertrauten

Die ukrainischen Antikorruptionsbehörden ermitteln gegen den früheren Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak. Er steht im Verdacht, Teil einer Gruppe zu sein, die Gelder aus einem Luxusbauprojekt nahe Kiew gewaschen haben soll. Die Ermittler sprechen von einem Schaden in Millionenhöhe. Jermak weist die Vorwürfe zurück. Der langjährige Vertraute von Präsident Wolodymyr Selenskyj war Ende vergangenen Jahres im Zuge eines Korruptionsskandals zurückgetreten. (Quellen: dpa, Reuters)

00:36 Uhr | Russland senkt Wachstumsprognose deutlich

Russland hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum 2026 stark nach unten korrigiert. Vize-Regierungschef Alexander Novak zufolge erwartet Moskau nur noch ein Plus von 0,4 Prozent statt bislang 1,3 Prozent. Die russische Wirtschaft steht wegen hoher Zinsen, westlicher Sanktionen und steigender Kriegskosten zunehmend unter Druck. (Quelle: Reuters)

00:05 Uhr | Die Ereignisse gestern – 11. Mai 2026

Die EU hat wegen der Verschleppung ukrainischer Kinder nach Russland neue Sanktionen verhängt. Betroffen sind 16 Personen und sieben Einrichtungen, darunter mehrere Kinderheime. Nach Angaben der EU-Kommission wurden seit Beginn des russischen Angriffskriegs rund 20.000 ukrainische Kinder nach Russland oder in besetzte Gebiete gebracht. Die EU wirft den Einrichtungen unter anderem prorussische Indoktrinierung vor.

Für Diskussionen sorgte zudem der Vorschlag von Kremlchef Wladimir Putin, Altkanzler Gerhard Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg einzusetzen. Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, sprach Schröder dafür die moralische und politische Legitimation ab. Auch die Bundesregierung und die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas äußerten Zweifel an seiner Eignung als neutraler Vermittler. Unterstützung erhielt Schröder dagegen vom SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner, der dafür plädierte, jede Chance für Gespräche zu nutzen. FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann bezeichnete den Vorstoß hingegen als Täuschungsmanöver Putins.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius kündigte bei einem Besuch in Kiew eine engere deutsch-ukrainische Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Produktion von Drohnen an. Geplant sind gemeinsame Projekte für unbemannte Systeme mit Reichweiten von bis zu 1.500 Kilometern. Zudem sagte Pistorius weitere Ausbildungsunterstützung für ukrainische Soldaten zu und betonte die strategische militärische Partnerschaft zwischen beiden Ländern.

00:00 Uhr | Ukraine-News von Dienstag, 12. Mai 2026

Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 12. Mai 2026 | 09:07 Uhr