Der Eurovision Song Contest (ESC) in Wien ist ein Spektakel der Superlative: Mit mehr als 160 Millionen Zuschauern ist es das größte Musikspektakel der Welt. 35 Länder kämpfen am 16. Mai 2026 ab 21 Uhr in der Wiener Stadthalle um die Siegestrophäe.
Schon jetzt sorgt der ESC immer wieder für Gesprächsstoff. Nachdem die Teilnahme Israels am Gesangswettbewerb bestätigt wurde, meldeten gleich fünf Länder ihren Boykott an. Darunter auch Spanien, die als einer der größten Beitragszahler der EBU normalerweise gesetzt sind. Das Wichtigste im Überblick:
Wer ist der umstrittenste Act beim ESC 2026?
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Wie 2024 in Malmö und 2025 in Bern ist das der Auftritt Israels. Wegen des Gazakriegs gibt es heftige Proteste, nachdem die Europäische Rundfunkunion Israels Teilnahme bestätigt hatte. Für Israel wird der Sänger Noam Bettan an den Start gehen, der sich in der Castingshow „HaKokhav HaBa 2026“ (Der nächste Stern) gegen seine Kontrahenten durchsetzte. Der 27-jährige gebürtige Israeli wuchs als Sohn französischer Einwanderer auf und pflegt seine doppelte kulturelle Identität. In seinen Liedern singt Bettan häufig auf Französisch und Hebräisch. So auch beim ESC in Wien. Bettan startet mit dem Song „Michelle“, in dem es hebräische, französische und englische Passagen gibt. Musikalisch bewegt sich „Michelle“ im Bereich moderner Urban-Pop mit leichten Flamenco-Elementen.
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Welche Länder boykottieren den ESC?
Fünf Länder – Spanien, die Niederlande, Irland, Slowenien und Island – zogen ihre Teilnahme am Event in Wien zurück. Damit steht der Fernsehshow der umfassendste Boykott in der ESC-Geschichte bevor. Darüber hinaus ist mit weiteren Protesten zu rechnen, darunter pro-palästinensische Demonstrationen. Mehr als 1.100 Künstler haben ein Manifest namens „No Music For Genocide“ unterzeichnet, darunter Roger Waters, Peter Gabriel, Massive Attack und Macklemore.
Wen schickt Deutschland ins ESC-Rennen?

Die deutsche Vertreterin Sarah Engels will beim ESC 2026 mit einer energiegeladenen Bühnenshow beeindrucken. Sie setzte sich beim Vorentscheid gegen Wavvyboi und Molly Sue durch.
(© Britta Pedersen/dpa)
In diesem Jahr wird Sarah Engels Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten. Bekannt wurde sie ursprünglich durch ihre Teilnahme an der RTL-Musikshow „Deutschland sucht den Superstar“. Mit ihrem Song Fire konnte sie sich im deutschen Vorentscheid durchsetzen und das Ticket für den ESC lösen. Der englischsprachige Pop-Song wurde im Januar 2026 veröffentlicht und zeichnet sich durch einen energiegeladenen Sound und eine starke Bühnenperformance aus.
Inhaltlich geht es in „Fire“ um Selbstbefreiung, Stärke und den Mut, sich aus schwierigen Situationen zu lösen. Engels möchte nach eigenen Angaben mit dem Lied eine empowernde Botschaft vermitteln und besonders dazu ermutigen, an sich selbst zu glauben.
Das ist der deutsche ESC-Beitrag „Fire“
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Warum treten keine berühmten Sänger beim ESC an?
Darüber kann man nur mutmaßen. Vielen bekannten Künstlern scheint das Risiko eines Misserfolges zu hoch. Sie haben wenig zu gewinnen, aber viel zu verlieren. Zudem sind die zeitliche Belastung durch Proben und Promotion sowie die Identifikation mit dem ESC-Image oft Gründe gegen eine Teilnahme.
Wer ist der heißeste Favorit des ESC 2026?
Der klare Top-Favorit beim ESC 2026 in Wien ist aktuell Finnland. Laut den neuesten Wettquoten von „bet-at-home“ oder „bwin“ führt das Duo Linda Lampenius & Pete Parkkonen mit ihrem Song „Liekinheitin“ deutlich das Feld an. Sie stehen mit Siegquoten um die 2,5 unangefochten auf Platz 1. Ihr Song wird als sehr „ESC-typisch“ und massentauglich eingeschätzt.
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Der Geheimfavorit könnte in diesem Jahr Australien sein. Delta Goodrem singt das Lied „Eclipse“, das in Expertenkreisen als sehr jury-tauglich und emotional gilt. In den bekannten Rankings wird der Song nicht auf Platz 1 gesehen, bei „bet-at-home“ liegt die Wettquote mit 7,75 aber auf Platz vier. Aber genau solche Kandidaten schaffen es in der Live-Show häufig ganz nach oben. Dem deutschen Beitrag von Sarah Engels trauen Experten nur einen Mittelfeld-Platz zu, bei den typischen Wettanbietern liegt die Wettquote für Deutschland zwischen 90 und 130.
Warum ist der ESC 2026 in Wien?

Der ESC-Gewinner JJ aus Österreich jubelt mit der begehrten Trophäe auf der Bühne – der Eurovision Song Contest bleibt ein Spektakel der Superlative.
(© Jens Büttner/dpa)
Weil jeweils das Land den Wettbewerb ausrichten darf, das im Jahr davor gewonnen hat, Wien also wegen JJs Sieg in Basel. Der Österreicher JJ (Johannes Pietsch) gewann mit seinem Song „Wasted Love“, einer Mischung aus Oper und Pop, vor Israel.
Was ist neu beim ESC in diesem Jahr?
In diesem Jahr gibt es neue Voting-Regeln. Pro Person können nur noch zehn Votes pro Zahlungsmethode gewertet werden, vorher waren es 20. In den Halbfinalen stimmen die Jurys nach einer Pause wieder mit ab (50/50-Gewichtung mit Publikum). Auch in der Jury-Struktur gibt es Änderungen. Die nationale Jury wird von fünf auf sieben Personen aufgestockt, wobei zwei Mitglieder zwischen 18 und 25 Jahre alt sein müssen.
Welche Länder machen beim ESC 2026 mit?
Der Wettbewerb findet zum 70. Mal statt. 35 Acts sind am Start, so wenige wie noch nie. Sechs wären für das Finale gesetzt: neben dem Titelverteidiger auch Deutschland, Großbritannien, Spanien, Frankreich und Italien. Das sind die fünf größten Beitragszahler der EBU. Durch die Teilnahme Israels boykottiert Spanien allerdings den Wettbewerb.
Drei kommen nach teils mehrjähriger Pause wieder zum ESC zurück: Rumänien, Bulgarien und Moldau. Zudem sind Belarus und Russland aufgrund des Krieges gegen die Ukraine von der EBU suspendiert worden und deshalb auch beim Eurovision Song Contest 2026 nicht dabei.
Wer zählt zu den ewigen Besten beim ESC?
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Schweden würde mit einem Sieg das achte Mal gewinnen und auf der ewigen ESC-Bestenliste an der Spitze stehen. Noch teilt es sich den Platz mit Irland, das auch siebenmal gewann. Deutschland stand zweimal auf dem Treppchen: 1982 Nicole mit „Ein bisschen Frieden“ und 2010 Lena.
Am entgegengesetzten Ende liegt Norwegen. Das Land steht mit zwölf letzten ESC-Plätzen sogar im Guinnessbuch der Rekorde. Je nach Berechnung, etwa, ob auch letzte Plätze im Halbfinale gerechnet werden, folgen dann Finnland und Deutschland. Zuletzt war Deutschland 2022 und 2023 auf dem letzten Platz.
Wer moderiert den ESC in diesem Jahr?
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Die Moderatoren des Eurovision Song Contests 2026 in Wien sind die Moderatorin/Sängerin Victoria Swarovski und der Schauspieler/Drehbuchautor Michael Ostrowski. Sie führen vom 12. bis 16. Mai durch die drei Liveshows (zwei Halbfinals und das Finale) in der Wiener Stadthalle.
Welche Regeln gelten bei den ESC-Auftritten?
Auf der Bühne darf es keine Tiere geben, und pro Act sind höchstens sechs Personen zugelassen. Jeder Beitrag darf höchstens drei Minuten lang sein. Politische Statements und Gesten sowie Werbung oder etwas, das den Wettbewerb in Misskredit bringen kann, sind verboten. Das Mindestalter der Teilnehmenden ist 16.
Und was hat es mit den „Douze Points“ auf sich? Jeder Act kann aus jedem Land maximal 24 Punkte bekommen – außer dem eigenen: zwölf von einer Fachjury, zwölf durch das Televoting. Daran kann jeder Bewohner eines Landes teilnehmen. Aus Deutschland kann man nicht für den deutschen Beitrag stimmen. Punkte gibt es für die besten zehn Songs. Beim Televoting bekommt der Song, der die meisten Anrufe erhält, zwölf Punkte, der zweite zehn, der dritte acht und ab da geht es in Einer-Schritten weiter. Auch 2026 dürfen Zuschauer aus Ländern abstimmen, die nicht am ESC teilnehmen wie Kanada, die USA oder Brasilien. Diese Ergebnisse werden in der Kategorie „Rest der Welt“ zusammengefasst.
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Wie bekomme ich Tickets für den Eurovision Song Contests 2026?
Der ESC 2026 ist bereits ausverkauft. Die Tickets für alle neun Shows waren in Rekordzeit vergriffen. Doch es gibt noch eine Möglichkeit an eine begehrte Karte zu kommen. Die offizielle Wiederverkaufsplattform (Fansale) von Oeticket ist geöffnet. Tickets für den ESC werden hier zum Originalpreis angeboten, zuzüglich der üblichen Gebühren. Oeticket warnt eindringlich vor einem Kauf auf dem Schwarzmarkt, da häufig ungültige Tickets verkauft werden.
Wo läuft der ESC 2026 im Fernsehen?
In der ARD gibt es eine Vor- und Nach-Finale-Show. Mit Moderatorin Barbara Schöneberger und Gästen geht es am Samstag um 20.15 Uhr los mit „ESC – der Countdown“ und ab etwa 1 Uhr in der Nacht startet live aus Wien „ESC – die Aftershow“. Der Sender One bietet eine interaktive ESC-Übertragung an. Zuschauer können über soziale Medien Kommentare und Fotos teilen, die teilweise in die Übertragung auf One einfließen.