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Trumps „Golden Dome“ soll 1,2 Billionen Dollar kosten

Aktualisiert am 12.05.2026 – 22:02 UhrLesedauer: 24 Min.

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Trump bei der Vorstellung seines Projekts „Golden Dome“ im Weißen Haus im Mai 2025. (Quelle: Kevin Lamarque/Reuters)

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Ein Prestigeprojekt des US-Präsidenten wäre deutlich teurer als geplant. In den USA wird ein Rücktritt erwartet. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Trumps „Golden Dome“ soll 1,2 Billionen Dollar kosten

Das von US-Präsident Donald Trump geplante Raketenabwehrsystem „Golden Dome“ könnte nach Schätzungen des unabhängigen Haushaltsamtes des Kongresses (CBO) in den kommenden 20 Jahren rund 1,2 Billionen Dollar kosten. Damit überträfen die Ausgaben
für Entwicklung, Aufbau und Betrieb die bisherige Prognose des zuständigen Pentagon-Direktors von 185 Milliarden Dollar um ein Vielfaches, teilte die Behörde am Dienstag mit. Allein die Beschaffungskosten bezifferte das CBO auf etwas mehr als eine Billion Dollar. Davon entfielen etwa 70 Prozent auf die geplante weltraumgestützte Komponente, die ein Netzwerk aus 7.800 Satelliten umfassen soll.

„Golden Dome“ sieht neben dem Ausbau bodengestützter Abwehrraketen, Sensoren
und Kommandozentralen auch satellitengestützte Waffen vor. Sie sollen Bedrohungen aus der Erdumlaufbahn heraus erkennen, verfolgen und gegebenenfalls ausschalten. Das System soll die gesamten USA einschließlich Alaska und Hawaii abdecken und einen Angriff einer Regionalmacht wie Nordkorea vollständig abwehren können.

Das CBO warnte jedoch, dass der Schutzschild bei einem großangelegten Angriff Russlands oder Chinas an seine Grenzen stoßen könnte. Das am 27. Januar 2025 unterzeichnete Präsidialdekret zur Schaffung von „Golden Dome“ sieht einen ehrgeizigen
Zeitplan vor: Bis 2028 soll ein umfassendes Raketenabwehrsystem für das US-Territorium einsatzbereit sein.

US-Berufungsgericht setzt Trumps weltweite Zölle wieder in Kraft

Ein US-Berufungsgericht hat die von Präsident Donald Trump verhängten weltweiten Zölle von zehn Prozent für mehrere Kläger vorerst wieder in Kraft gesetzt. Das Gericht setzte am Dienstag eine Entscheidung aus der Vorwoche vorübergehend aus, die die pauschalen Abgaben für unzulässig erklärt hatte. Damit müssen zwei Unternehmen sowie der Bundesstaat Washington, die gegen die Maßnahme geklagt hatten, die Zölle vorerst wieder zahlen. Washington war als Kläger aufgetreten, da der Bundesstaat an
der Westküste über die University of Washington als Importeur fungiert.

Die US-Regierung hatte gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung eingelegt. Die Kläger haben nun sieben Tage Zeit, sich gegen eine längere Aussetzung des zu ihren Gunsten gefällten Urteils zu wehren.

Die Zölle waren im Februar in Kraft getreten. Trump hatte sich dabei auf ein Handelsgesetz aus dem Jahr 1974 berufen. Das unterinstanzliche Handelsgericht hatte jedoch geurteilt, dass dieses Gesetz die Abgaben nicht rechtfertige. Die Maßnahme vom Februar folgte auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, der zuvor den Großteil von Trumps Zöllen aus dem Jahr 2025 gekippt hatte. Die aktuellen weltweiten Zehn-Prozent-Zölle laufen im Juli aus, sofern der Kongress sie nicht verlängert.