Ein dunkles Jubiläum jährte sich am heutigen Dienstag in der Saalestadt. Vor 93 Jahren, am 12. Mai 1933, loderten auf dem Universitätsplatz die Flammen, in denen die Werke missliebiger Autoren – darunter Heinrich Heine – vernichtet wurden. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) kam zusammen, um ein Zeichen gegen Intoleranz und für die Freiheit des Geistes zu setzen.

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Eigentlich sollte die Gedenkstunde unter freiem Himmel am Ort des Geschehens stattfinden. Doch der anhaltende Regen zwang die Teilnehmer in die Mensa „Zur Tulpe“, was der Eindringlichkeit der Worte jedoch keinen Abbruch tat.

„Ein Scheiterhaufen gegen freie Gedanken“
​Rektorin Claudia Becker fand in ihrer Rede deutliche Worte für das historische Unrecht. Sie betonte, dass die Geschichte der Universität auch „dunkle Kapitel“ aufweise, denen man sich entschlossen stellen müsse.

​„Am 12. Mai 1933 wurden Meinungsfreiheit, Toleranz und Menschlichkeit verbrannt“, so Becker.

​Es sei damals ein „Scheiterhaufen gegen freie Gedanken“ errichtet worden. Die Rektorin schloss mit einem Appell an die Gegenwart: „Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass es nie wieder passiert.“

Auch die städtische Kulturdezernentin Judith Marquardt unterstrich die Tragweite der damaligen Ereignisse. Es sei am 12. Mai nicht bloß Papier verbrannt worden. Vielmehr handelte es sich um den gezielten „Versuch, freie Gedanken auszulöschen“.

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