Der Regionalzug Mireo und seine Varianten als Batteriezug und mit Wasserstoffantrieb zählen zu den Verkaufsschlagern von Siemens Mobility aus dem Werk in Krefeld an der Duisburger Straße. Fast 600 Züge für 24 Flotten hat das Unternehmen mittlerweile verkauft. Nun kommt zum ersten Mal ein Kunde aus Osteuropa für den Mireo Plus H hinzu. Die rumänische Eisenbahnreformbehörde (ARF) habe einen Auftrag über die Lieferung von zwölf zweiteiligen Wasserstoffzügen erteilt, berichtete eine Siemens-Mobility-Sprecherin. Dies sei der erste Vertrag über wasserstoffbetriebene Elektrozüge in Rumänien und eines der ersten Wasserstoffprojekte in Osteuropa. Das Projekt stelle einen bedeutenden Schritt in Richtung Dekarbonisierung des regionalen Schienenverkehrs und zur Modernisierung des Personenverkehrs im ganzen Land dar. Die Vereinbarung umfasst laut Siemens die Lieferung der Fahrzeuge sowie umfassende Instandhaltungs- und Reparaturleistungen über eine anfängliche Laufzeit von 15 Jahren. Die Züge sollen 2029 in den Fahrgastbetrieb gehen, informierte Siemens Mobility weiter.

„Wir sind stolz darauf, Rumäniens erste Wasserstoffzugflotte zu liefern. Mit dem Mireo Plus H kombinieren wir eine bewährte Regionalzugplattform mit modernster Wasserstofftechnologie und ermöglichen emissionsfreien Bahnbetrieb auf nicht elektrifizierten Strecken. Wasserstoff wird eine Schlüsselrolle bei der Erreichung einer klimafreundlichen Mobilität in Europa spielen, und dieses Projekt zeigt, wie Innovationen in zuverlässige und wirtschaftlich attraktive Mobilitätslösungen umgesetzt werden“, sagte Andre Rodenbeck, CEO Schienenfahrzeuge bei Siemens Mobility.

Der Mireo Plus H verfügt über ein elektrisches Antriebssystem auf Basis von Wasserstoffbrennstoffzellen, das durch Batteriespeicher ergänzt wird. Die Batterien werden entweder über das Brennstoffzellensystem oder durch regeneratives Bremsen geladen. Die Krefelder Belegschaft mit mehr als 2000 Mitarbeitenden habe das Fahrzeugkonzept gezielt optimiert, um Gewicht, Komponentenkomplexität, Energieverbrauch und Wartungskosten erheblich zu reduzieren.

Die Züge für Rumänien basierten auf der bewährten Mireo-Plattform und seien als zweiteilige Gelenktriebzüge 120 km/h schnell. Jeder Triebzug biete 131 feste Sitzplätze plus fünf Klappsitze. Die Züge können in Mehrfachtraktion von bis zu zwei gekuppelten Einheiten betrieben werden, was Flexibilität für aktuelle und zukünftige Betriebsanforderungen biete. Die Instandhaltung werde lokal in Rumänien von Siemens Mobility Personal durchgeführt. Eigens für den Auftrag werde ein spezielles Depot in Bukarest errichtet.

Mit dem Ersatz dieselbetriebener Fahrzeuge leisteten die neuen Wasserstoffzüge aus Uerdingen einen erheblichen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen und Lärm im regionalen Schienenverkehr Rumäniens, betonte Siemens Mobility.