Nach der Evakuierung des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ wegen eines Hantavirus-Ausbruchs ist eine von Bord gebrachte Französin schwer erkrankt. Die Betroffene leide unter der „schwersten Form“ des von südamerikanischen Hantaviren verursachten kardiopulmonalen Syndroms, sagte der Infektiologe Xavier Lescure vom Bichat-Krankenhaus in Paris am Dienstag. Die Frau, die über 65 Jahre alt ist und Vorerkrankungen hat, musste demnach an eine künstliche Lunge angeschlossen werden.

Die erkrankte Frau und vier weitere französische Passagiere waren unmittelbar nach ihrer Ankunft in Paris am Samstag isoliert worden. Am Sonntag verschlechterte sich der Zustand der Frau und sie wurde positiv auf das Hantavirus getestet. Die vier anderen Franzosen sind weiterhin negativ und es geht ihnen gut, wie Gesundheitsministerin Stéphanie Rist sagte.

An Bord der „Hondius“ war es während einer Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kapverden zu einem Hantavirus-Ausbruch gekommen. Drei Passagiere starben: ein niederländisches Ehepaar und eine Deutsche. Bei zwei von ihnen wurde das Virus nachgewiesen, bei dem dritten Todesopfer gilt eine Hantavirus-Infektion nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wahrscheinlich.

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Bei insgesamt sieben weiteren inzwischen evakuierten Insassen der „Hondius“ wurde das Virus laut WHO bestätigt, bei einem weiteren Fall gilt eine Infektion als „wahrscheinlich“.

Mehr als 120 Passagiere und Besatzungsmitglieder hatten am Sonntag und Montag das Kreuzfahrtschiff verlassen und von Teneriffa aus mit Sondermaschinen die Heimreise angetreten. Wie die niederländischen Behörden am Dienstag bekanntgaben, wurden alle 26 Passagiere des ersten Evakuierungsflugs am Sonntag mittlerweile negativ auf das Virus getestet. Später waren noch zwei weitere Flugzeuge mit insgesamt 28 Evakuierten in den Niederlanden gelandet. (AFP)