Ein russischer Zerstörer liegt aktuell vor der Insel Fehmarn. Das bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Man gehe davon aus, dass Russland mit seinen Kriegsschiffen die Schiffe der eigenen »Schattenflotte« überwachen wolle, sagte der Sprecher. Über die sogenannte Schattenflotte versucht die Regierung in Moskau seit Jahren, einen von westlichen Unterstützern der Ukraine eingeführten Preisdeckel für russisches Öl zu umgehen. Zudem stehen Schiffe der Schattenflotte im Verdacht, für russische Sabotageaktionen gegen Unterwasserinfrastruktur verantwortlich zu sein. Politiker werfen Russland beispielsweise die bewusste Beschädigung von Unterwasserkabeln in der Ostsee vor.

Laut einem Nato-Sprecher beobachtet die Allianz die Bewegungen russischer Kriegsschiffe. Aktuell seien Schiffe des ständigen Nato-Marineverbandes 1 (SNMG1) in der Ostsee, um die russischen Routen zu verfolgen. Das Flaggschiff des Nato-Verbandes ist die deutsche Fregatte Sachsen. Laut den Kieler Nachrichten stieß die französische Fregatte Auvergne dazu, um den russischen Zerstörer Severomorsk zu beobachten.

Verteidigungsministerium nicht überrascht

Die Bundesregierung zeigte sich von der Präsenz russischer Kriegsschiffe in der Ostsee nicht überrascht. »Im Bereich Fehmarn in der Ostsee, Skagerrak und am Finnischen Meerbusen sind kontinuierlich russische Kriegsschiffe zu beobachten«, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Dies werde zum Teil auch als Gegenreaktion zu Nato-Operationen wie der Baltic Sentry gesehen. Mit der Baltic Sentry 2025 erhöhte die Allianz die Überwachung an ihrer Nord- und Ostflanke.

Die russische Regierung hingegen macht die Nato für Spannungen in der Ostsee verantwortlich. »Was die Sicherheit im Ostseeraum betrifft, so trägt in den letzten Monaten vor allem Aktivität der Marine von Nato-Staaten und nicht die Russische Föderation zur Verschärfung der Spannungen bei«, sagte Wladimir Putins Sprecher Dmitri Peskow laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass.

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