Russland hat einen Zerstörer vor der deutschen Ostseeküste positioniert. Nach Angaben der Kieler Nachrichten ankert die «Seweromorsk» zwischen Fehmarn und der Lübecker Bucht. Die Nato reagierte mit der Entsendung ihres Marineverbands SNMG1 unter Führung der deutschen Fregatte «Sachsen».
Neben der «Seweromorsk» befand sich zuvor bereits die russische Korvette «Stawropol» in dem Gebiet. Laut den Berichten lief der Zerstörer Anfang Mai aus dem russischen Hafen Baltijsk aus. Die Nato verlegte daraufhin zusätzliche Schiffe in die Region, darunter die französische Fregatte «Auvergne» sowie weitere Aufklärungs- und Patrouilleneinheiten.

Ostsee: Russland schickt Zerstörer vor deutsche Küste
U.S. Navy/Mass Communication Specialist 2nd Class Sylvia Nealy/Wikimedia Commons
Hintergrund des Einsatzes dürfte der Schutz russischer Handelsschiffe sein. Der russische Sonderbeauftragte Artem Bulatow hatte eine militärische Begleitung ziviler Schiffe zuvor öffentlich in Aussicht gestellt. Laut Bild sagte Bulatow: «Es werden Optionen zur Stärkung des physischen Schutzes von Schiffen unter russischer Flagge erwogen. Die Möglichkeit, die Handelsflotte mit Schiffen der russischen Marine zu eskortieren, bleibt bestehen.»
Moskau reagiert damit offenbar auf den wachsenden Druck westlicher Staaten gegen die sogenannte russische Schattenflotte, mit der Russland trotz Sanktionen Öl exportiert.